© Copyright: Bilder: Jouko Lehmuskallio.
All rights reserved.

Ackerlichtnelke

Silene noctiflora

  • Familie: Nelkengewächse – Caryophyllaceae
  • Wuchsform: Ein- oder zweijährige krautige Pflanze.
  • Höhe: 25–40 cm. Stängel unverzweigt – schwach verzweigt, am Grund dicht grobbehaart, am Oberteil drüsig behaart, klebrig.
  • Blüte: Blumenkrone strahlig – leicht zweiseitig symmetrisch, cremeweiß – gelbrötlich, ca. 2–2,5 cm breit; 5 Blütenblätter, tief zweiteilig. Im Schlund der Blumenkrone befindet sich ein eingeschnittener Innenkreis. Kelch verwachsenblättrig, recht schmal (wird dicker mit Samenreife), fünfteilig, zehnnervig, drüsig behaart. 10 Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, drei Griffel, drei Narben. Blüten einzeln oder als Dichasium mit wenigen Blüten. Blüten öffnen sich am Abend und duften nachts.
  • Blätter: Gegenständig, untere Blätter gestielt, obere sitzend. Blattspreite länglich-eiförmig, ungeteilt, behaart, hellgrün.
  • Frucht: Sich sechsteilig öffnende, gelb-braune, 14–20 mm lange Kapsel, Zähne nach hinten gebogen.
  • Standort: Gärten, Anbauflächen, Brachland, Bahnhöfe.
  • Blütezeit: Juli–September.

Die Ackerlichtnelke ist im größten Teil Europas ein alter Kulturfolger. Nach Finnland kam die Art als Samen zumindest mit Gartensämereien zusammen, mit eingeführtem Getreide, im Ballast der Segelschiffe, über die Nachschubkette von Heeresteilen und mit dem Eisenbahnverkehr. In Finnland ist die Ackerlichtnelke dennoch eine rechte Seltenheit und sie wächst an nur sehr wenigen Plätzen einigermaßen beständig. Die kurzlebige Art vermag gewöhnlich auch im finnischen Klima zumindest einen Teil der Samen zur Reife zu bringen, sie wächst jedoch nur selten im nächsten Sommer wieder an demselben Platz. Typischerweise findet man diese vagabundierende Art ein einziges Mal, wonach sie einfach verschwindet.

Am sichersten trifft man die Ackerlichtnelke an Anbauflächen, Komposthaufen, Erdhaufen und entsprechenden Plätzen an. Der gräuliche, klebrige und daher oft schmutzige Trieb der Ackerlichtnelke ist allerdings nicht leicht zu bemerken. Die Pflanze drängt sich nicht einmal während der Blüte in den Vordergrund, da sie ihre Blüte zur Tagzeit geschlossen hält, die Blütenblätter nach innen gerollt. Bei Anbruch der Nacht jedoch brechen ihre Blüten auf und beginnen durch die Abgabe eines leichten Duftes die im Dunkeln herumschwirrenden Bestäuber anzulocken – Nachtfalter kommen dann in großen Scharen, um Nektar zu saugen und die Pflanze zu bestäuben. Auch einige andere Lichtnelken haben entsprechende Blüten, die nachts bestäubt werden. Von der nah verwandten, ebenso durch Nachtfalter bestäubten Weißen Lichtnelke (S. latifolia ssp. alba) unterscheidet sie sich oft aufgrund der Farbe der Blüten: Die Blumenkrone der Weißen Lichtnelke ist reinweiß, bei der Ackerlichtnelke geht sie für gewöhnlich ins Gelbrötliche. Uneindeutige Bestimmungsversuche lösen sich am besten durch Fingerspitzengefühl: Der Oberteil des Stängels ist bei der Weißen Lichtnelke nicht klebrig.

Andere Arten derselben Gattung
Andere Arten derselben Familie

Follow us!

Arten bestimmen!

Sivun alkuun / Top of the page