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Ackersenf

Sinapis arvensis

  • Familie: Kreuzblütengewächse – Brassicaceae (Cruciferae)
  • Wuchsform: Einjährige krautige Pflanze.
  • Höhe: 20–60 cm. Stängel am Oberteil verzweigt, kantig, behaart – fast kahl, manchmal violettgetönt.
  • Blüte: Blumenkrone strahlig, hellgelb, ca. 1,5 cm breit; vier Blütenblätter, 9–13 mm lang. Vier Kelchblätter, nach außen zeigend, leicht abfallend. 6 Staubblätter, von denen 4 lang und 2 kurz. Gynoeceum verwachsenblättrig, ein Griffel, eine Narbe. Blütenstand in der Fruchtphase länger werdende Traube.
  • Blätter: Wechselständig, untere Blätter gestielt, obere sitzend. Blattspreite rein-grün, rau, untere grob gezähnt-eingeschnitten, obere lanzettlich, gezähnt.
  • Frucht: Walzenförmige, kahle (manchmal spärlich steif behaarte), 3–7-nervige, 3–4 cm lange, nach schräg oben abstehende Schote mit vielen Samen, an der Spitze gerader, kantiger, 10–15 mm langer Schnabel ohne Samen. Stiel der Schote 3–5 mm. Samen schwarz.
  • Standort: Felder, Brachäcker, Wegränder, Bahnhöfe, Brachland, Erdhaufen, Mülldeponien, Gärten, Rasenflächen.
  • Blütezeit: Juni–September.

Den Ackersenf sieht man in Finnland am sichersten auf den Feldern von Åland, als einen sich im Zuge Jahrhunderte währender Landwirtschaft etablierten Archäophyten. Zusätzlich wächst er etabliert stellenweise in den südwestlichen Schären und auch auf dem Festland. Weiter nördlich gehört die Art zur großen Schar der einjährigen Pflanzen auf neu angelegten Rasenflächen, Brachland, Erdhaufen und in Beeten, die mit der Bearbeitung und dem Transport der Erdmassen kommt und geht. Meistens stammen die vereinzelten Vorkommen aus Samen, die mit importiertem Getreide in die Nähe der Silos gerieten, heutzutage in zunehmendem Maße auch aus Verunreinigungen von Grassamen für neu angelegte Rasenflächen. Der Ackersenf kam auch als Ballast der Segelschiffe nach Finnland, im Tross des russischen Heeres und im Zuge von Fracht – die Art ist ein rechter Zugvogel. Ein Teil der neuen Vorkommen kann auch aus Erde, die von ehemaligen Anbauflächen abgetragen wurde, also aus einem finnischen Stamm, herkommen. In Finnland trifft man sowohl die kahlschotige Unterart var. arvensis als auch die Unterart var. orientalis mit behaarter Schote an.

Der sich stark verbreitende Ackersenf bildet sehr viel Samen, ein großes Exemplar sogar zehntausende. Die schwarzen Samen eignen sich für die Senfherstellung, aber die Art ist für die Senfherstellung nicht von Bedeutung, weil es von der Ernte her qualitativ bessere Alternativen gibt. Als Rohstoff für Senf werden aus der Gattung des Senfs der Weiße Senf (S. alba) und der zur Gattung des Kohls gehörende Schwarze Senf (Brassica nigra) und der Braune Senf (B. juncea) angebaut. Alle drei findet man in finnischen Häfen, Bahnhöfen und auf Mülldeponien. Meist wird der Ackersenf mit dem Ackerrettich (Raphanus raphanistrum) verwechselt, dessen Blätter deutlicher fiederspaltig, die Kelchblätter aufrecht und die Früchte sehr charakteristische, perlenkettenartige Gliederschoten sind. Den Ackersenf kann man auch mit dem Rübsen (Brassica napus) verwechseln, dessen Blätter recht ganzrandig, stängelumfassend und graugrün sind.

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