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Alpenhabichtskräuter

Hieracium sect. Alpina

  • Familie: Korbblütengewächse – Cichoriaceae (Compositae)
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze. Ohne Ausläufer.
  • Höhe: 8–20 cm. Stängel gewöhnlich unverzweigt, dicht lang- und weichbehaart, auch drüsig behaart.
  • Blüte: Die Blüten bilden von den Deckblättern geschützte blütenartige, 1–2 cm breite Körbchen (manchmal öffnen sich die Körbchen nicht). Blüten der Körbchen gelb, zungenförmig, an der Spitze kurzbehaart und fünfzähnig. 5 Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, ein Griffel, zwei Narben. Deckblätter in mehreren Reihen, überlappen sich, unterschiedlich lang, dicht weiß-graubehaart, bräunlichgrün. Gewöhnlich ein Körbchen am Stängelende.
  • Blätter: Als Grundrosette und am Stängel wechselständig. Viele Rosettenblätter, 1–2 gestielte Laubblätter, klein. Blattspreite zungenförmig – schmal verkehrt eiförmig, am Grund spitz zulaufend, ganzrandig – schwach fransig gezähnt, beidseitig dicht lang-, hell- und weichbehaart, auf der Unterseite oft auch Sternhaare.
  • Frucht: Gleichmäßig dicke – zur Spitze hin breiter werdende, feinknotige, rötlichbraune, 3–4,5 mm lange Nuss mit an der Spitze etwas bräunlichen unverzweigten oder nur schwach verzweigten kurzen Härchen besetzt und ringförmigem Rand.
  • Standort: Schotterflächen von baumlosen Fjällanhöhen, Steinhaufen, Felsen, Heiden, Flussufer, in der Waldzone Felsen und Sandhänge an Flussläufen.
  • Blütezeit: August-September.

Die große Gattung der Habichtskräuter hat sich in ganz Finnland ausgebreitet und auch in der Natur der Fjälls gibt es eine ganze Schar davon. Der enorme Formenreichtum basiert vor allem auf der Apomixis, d. h. auf der Vermehrung über sich ohne Befruchtung bildende Samen. Als Ergebnis dieser gibt es eine riesige Schar von durch Mutation entstandenen, leicht voneinander abweichenden sog. „Kleinarten“, die man in größeren Artengruppen zusammenfasst. Die Alpenhabichtskräuter haben durch die Apomixis gut 20 Kleinarten hervorgebracht.

Die Habichtskräuter der Gruppe der Alpenhabichtskräuter sind abweichend von den anderen Habichtskräutern fast immer einkörbig. Die gelben Körbchen sind jedoch ausreichend groß, um die Aufmerksamkeit des in der kargen Natur mit seinem Rucksack beladenen, auf dem Fjäll wandernden Pflanzenfreunds zu wecken – allerdings öffnen sich die Körbchen mancher Kleinarten überhaupt nicht. Die Alpenhabichtskräuter meiden geradezu Nährstoffreichtum, sodass sie den Wanderer an sonst sehr spärlich bestückten Stellen erfreuen. Sie wachsen hier und dort auf den Heiden in Fjälllappland, auf Wiesen an Bachläufen, auf Sandhängen und Schotterflächen, wenngleich nirgends besonders zahlreich. An lichten, mit nur wenigen Bäumen bewachsenen Stellen kann man sie auch unterhalb der Baumgrenze finden.

Auf den baumlosen Fjällanhöhen kann man das Alpenhabichtskraut mit dem wesentlich verbreiteteren Herbstlöwenzahn (Leontodon autumnalis) verwechseln. Dieser von Rasenflächen her bekannte Korbblütler wächst in Lappland als eigene, einkörbige, beinahe ungeteilte und dunkel behaarte Form. Auf den baumlosen Fjällanhöhen gibt es auch eigenartige, kleine und abgehärtete Löwenzahnarten (Taraxacum), die man nirgends sonst findet. In der Farbigkeit der Körbchen und wieso nicht auch in der Größe wetteifert das Alpenhabichtskraut sogar mit der Schmalblättrigen Arnika (Arnica angustifolia). Diese ist jedoch eine seltene Asternpflanze von besonders nährstoffreichen Stellen: Ihre Scheibenblüten inmitten des Körbchens sind röhrenförmig.

Andere Arten derselben Gattung
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