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Alpenkatzenpfötchen

Antennaria alpina -Gruppe

  • Familie: Korbblütler – Compositae, Unterfamilie Asterngewächse – Asteroideae (zuvor Asterngewächse – Asteraceae)
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze.
  • Höhe: 2–20 cm. Stängel unverzweigt, spärlich – dichtbehaart. Mit Ausläufern, bildet teppichartige Pflanzenbestände.
  • Blüte: Pflanze zweihäusig (Stempel- und Staubblüten auf getrennten Exemplaren), männliche Pflanzen sehr selten. Die Blüten bilden von den Deckblättern geschützte blütenartige Körbchen. Randblümchen am Körbchen fehlen, Scheibenblüten weiß, röhrenförmig. 5 Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, ein Griffel, zwei Narben. Deckblätter überlappen sich, Grund grünlich, behaart, Spitze hautartig, oft ausgefranst, lanzettlich und spitz zulaufend (weibliche Triebe) oder länglich zungenförmig und rundlich (männliche Triebe), grünlich–dunkelbraun. 3–7 Körbchen in dichter köpfchenartiger oder kompakt doldentraubenartiger Gruppe, Körbchenstiele gewöhnlich kurz, manchmal lang.
  • Blätter: Als Grundrosette und am Stängel wechselständig. Blattspreite der Rosettenblätter eher schmal verkehrt eiförmig, spitz- und stachlichspitzig, kahl-dicht behaart. 5–11 Laubblätter, Blattspreite schmal lanzettlich, obere mit längeren Stacheln.
  • Frucht: Nuss, an der Spitze mit unverzweigten oder nur schwach verzweigten kurzen Härchen besetzt.
  • Standort: Auf baumlosen Fjällanhöhen Heiden, Wiesen, Felswände, steile Abhänge, Findlinge, Stellen, an denen der Schnee liegen bleibt.
  • Blütezeit: Juni–August.

Unter den schwierigen Bedingungen in den Fjälls greifen viele Blütenpflanzen zu außergewöhnlichen Lösungen, um den Fortbestand ihrer Gattung zu sichern. Das Alpenkatzenpfötchen vermag ohne eine Befruchtung Früchte hervorzubringen: Dieses Phänomen kennt man als Apomixis und es kommt auch bei einigen anderen Korbblütlern und auch in anderen Blütenpflanzenfamilien vor. Durch diese Vermehrungsart sind die Nachkommen genaue Kopien ihrer Mutterpflanzen, abgesehen von zufälligen Mutationen, die dann ebenfalls in den neuen Generationen erhalten bleiben. Ergebnis ist eine Schar eigenständiger, getrennter Linien: Das Alpenkatzenpfötchen ist eine Artengruppe, bei der die Extreme der Variation, das im Ganzen dichtbehaarte Graue Katzenpfötchen (A. canescens) und die fast haarlose, aber drüsig behaarte Art A. porsildii, als eigene Arten behandelt werden. Als eigentliche Alpenkatzenpfötchen verbleiben die Formen, bei denen die Blätter auf der Oberseite fast kahl und auf der Unterseite behaart sind.

Da die Nachkommen des sich apomiktisch vermehrenden zweihäusigen Alpenkatzenpfötchens identisch mit ihren Mutterpflanzen sind, können aus den Samen einer weiblichen Pflanze natürlich auch keine männlichen Pflanzen keimen. Die unnötigen männlichen Pflanzen sind dann auch im Laufe der Zeit weniger geworden und die Alpenkatzenpfötchenpopulationen sind vorwiegend weiblich. Männliche Exemplare, d. h. sich auf normale Art, also geschlechtlich vermehrende, sind von den Alpenkatzenpfötchen nur an wenigen Standorten bekannt. Auch in Finnland wachsen vorwiegend weibliche Pflanzen, aber zumindest bei Kilpisjärvi kann man vereinzelt auch männliche Pflanzen finden. Die Artengruppe der Alpenkatzenpfötchen ist in Finnland am stärksten in den großen Fjälls im Nordwestzipfel verbreitet. Aus der Gegend um Inari in Lappland kennt man zwei Alpenkatzenpfötchenstandorte im Nordwesten von Utsjoki. Das südlichste, gänzlich abgetrennte Vorkommen liegt bei Kittilä, in Matala-Aittolompolo bei dem Ort Pokka. Das Graue Katzenpfötchen kommt nur in den großen Fjälls im finnischen Nordwestzipfel vor, im östlichen Lappland um Inari ist es sehr selten. Das südlichste Vorkommen liegt im Pallastunturi. Antennaria porsildii wächst im finnischen Nordwestzipfel nur auf acht großen Fjälls und ist auch dort sehr selten. An jeder Stelle wachsen nur ein paar, höchstens einige Dutzend Exemplare und auch diese stehen oft vereinzelt. Ungeachtet der genauen Art ist das Alpenkatzenpfötchen eine Pflanze der Fjälls, die außerhalb der baumlosen Fjälls nur stellenweise in Lappland an sandigen Hängen von Flussläufen wachsen kann. Das in ganz Finnland, auch in der Natur der Fjälls verbreitete Gemeine Katzenpfötchen (A. dioica) kann man von dem Fjällkatzenpfötchen unterscheiden, indem man die Spitzen der Deckblätter auf der Außenseite des Körbchens untersucht: Beim Gemeinen Katzenpfötchen sind sie hell, beim Alpenkatzenpfötchen dunkel.

Andere Arten derselben Gattung
Andere Arten derselben Familie

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