Sagina nivalis

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Alpenmastkraut

Sagina saginoides

  • Familie: Nelkengewächse – Caryophyllaceae
  • Wuchsform: Mehrjährige, lockere Polster bildende krautige Pflanze.
  • Höhe: 3–10 cm. Stängel schlaff–aufsteigend, kahl, Wurzeln bildend.
  • Blüte: Blumenkrone strahlig, weiß, manchmal rötlich, Durchmesser etwa 5 mm; fünf Blütenblätter, 2 mm lang, fünf Kelchblätter, so lang wie die Blütenblätter, breit eiförmig, gestutzt. 10 (manchmal 5) Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, fünf Griffel und fünf Narben. Blüten einzeln. Blüten- und Kapselstiele gerade (in der Knospenphase nickend). Knospen kugelförmig.
  • Blätter: Gegenständig, sitzend, paarweise am Grund verwachsen. Blattspreite linealisch, fadenartig, ganzrandig, kahl, dunkelgrün, an der Spitze kurzborstig.
  • Frucht: Länglich eiförmige, sich fünfteilig öffnende, 3,5 mm lange Kapsel, deutlich länger als der Kelch.
  • Standort: Auf baumlosen Fjällanhöhen an Stellen, an denen der Schnee liegen bleibt, von Schmelzwasser vernässte Flächen, Felswände, Böschungen an Felsen, Bachläufe und auch Straßenränder.
  • Blütezeit: Juli–August.

In der Familie der Nelkengewächse gibt es neben den schönen Leimkräutern und den dekorativen Nelken auch eine ganze Schar kleiner, unscheinbar aussehender und meist schwer zu bestimmender Arten. Sie sind daran angepasst, dort zu wachsen, wo die größeren nicht gedeihen, und ihnen reicht ein ganz kleines Fleckchen bloßer Erde. In den extremen Verhältnissen der Fjälls gibt es reichlich Orte, wo die großen Konkurrenten keine zusammenhängende Bedeckung bilden können. Die kleine Größe hat auch andere Vorteile: Nahe am Boden, nicht dem kalten Wind ausgesetzt, wächst es sich relativ warm. Im Winter reicht schon eine dünne Schneedecke aus, um die winzige Pflanze gegen die beißende Winterkälte zu isolieren.

Das Alpenmastkraut ist in der finnischen Natur auf die Fjälls im Nordwestzipfel Lapplands konzentriert, wo der Wanderer sie mit scharfem Auge an spärlich bewachsenen Stellen finden kann – an Stellen, wo der Schnee liegen bleibt, auf Fließerde, an Felswänden und Bachläufen. Die größten Bestände liegen auf den großen Fjälls bei Enontekiö, wo die Art außer auf den baumlosen Anhöhen auch an Flussläufen in der Birkenwaldzone wächst. Man kennt sie auch an entsprechenden Stellen bei Utsjoki, im Norden von Sodankylä ist ein getrennter Standort bekannt und die südlichsten Bestände der Art befinden sich im Pallastunturi. Sein naher Verwandter Sagina nivalis gedeiht auch an Stellen, an denen der Schnee liegen bleibt, auf Fließerde, an Felswänden und an Bachläufen. Der Kelch und die Blumenkrone des Alpenmastkrauts sind fünfblättrig, bei Sagina nivalis sowohl vier- als auch fünfblättrig.

Neben den Mastkräutern vertrauen von den Nelkengewächsen der baumlosen Anhöhen auch die Mieren, von denen in Finnland drei Arten wachsen, auf die Vorteile der geringen Größe: Zweiblütige Miere (Minuartia biflora), Rötliche Miere (M. rubella) und Steife Miere (M. stricta). Das Norwegische Sandkraut (Arenaria norvegica) und das Kalksandkraut (A. pseudofrigida) sind ebenfalls kleinwüchsige Fjällpflanzen, haben aber große Blüten und breitere Blätter als die Mieren und Mastkräuter. Das Norwegische Sandkraut kennt man nur in Saana und Malla, das Kalksandkraut aus den Felsschluchten bei Kuusamo und Salla.

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