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Behaarte Gänsekresse

Arabis hirsuta

  • Familie: Kreuzblütengewächse – Brassicaceae (Cruciferae)
  • Wuchsform: Gewöhnlich kurzlebige, mehrjährige krautige Pflanze.
  • Höhe: 20–60 cm. Stängel unverzweigt, gewöhnlich steif behaart.
  • Blüte: Blumenkrone strahlig, weiß, unter 0,5 cm breit; vier Blütenblätter, schmal, ca. 4 mm lang. Vier Kelchblätter. 6 Staubblätter, von denen 4 lang und 2 kurz. Gynoeceum verwachsenblättrig, ein Griffel, eine Narbe. Blütenstand in der Fruchtphase länger werdende Traube.
  • Blätter: Als Grundrosette und am Stängel wechselständig, sitzend, Laubblätter beinahe stängelumfassend. Grundständige Blätter schmal verkehrt eiförmig, stumpf gezähnt, gewöhnlich behaart, Laubblätter länglich, am Grund herzförmig, an der Spitze stumpf, gesägt.
  • Frucht: Walzenförmige, 2,5–3,5 cm lange, am Stängel anliegende Schote mit vielen Samen. Stiel der Schote ca. 0,5 cm lang, aufrecht.
  • Standort: Trockenwiesen, Hangwiesen, Wacholderhügel, Viehweiden, Abhänge, Felsen, Wegränder, manchmal Häfen.
  • Blütezeit: Juni.

Auf trockenen Halden und Felsen wächst eine Schar kurzlebiger, weißblütiger Kreuzblütler, von denen viele leicht miteinander verwechselt werden. Von diesen Arten werden Frühlingshungerblümchen, Behaartes Schaumkraut, Graues Felsenblümchen, Gemeines Hirtentäschelkraut, Alpentäschelkraut, Ackerschmalwand, Schwedische Schmalwand und die eigentlich gelblich blühende Kahle Gänsekresse in diesem Portal an anderer Stelle vorgestellt. Die Liste könnte noch mit der Behaarten Gänsekresse fortgesetzt werden – eine Artenvielfalt sondergleichen! Die Behaarte Gänsekresse ist jedoch auf das südwestlichste Finnland beschränkt. Am ehesten verbreitet ist sie nur auf Åland und an trockenen Standorten der südwestlichen Schären, als vereinzelte Pflanze trifft man sie stellenweise im südlichen Binnenfinnland. Die Behaarte Gänsekresse verlangt einen stark kalkhaltigen Nährboden, sodass der größte Teil der finnischen Trockenwiesen, Felsen und Wacholderhänge für sie nicht in Frage kommt.

Die Kreuzblütler sind als Familie leicht zu bestimmen, aber bereits die Abgrenzung der Gattungen ist oft recht undeutlich und die unterscheidenden Merkmale sind schwer zu erkennen. Kein Wunder, dass auch die Meinungen der Botaniker über die Klassifizierung dieser Familie auseinandergingen. Die heutzutage getrennten Gänsekressen (Arabis), Schaumkressen (Cardaminopsis), Schmalwandarten (Arabidopsis) und einige andere Kreuzblütlergattungen waren zwischenzeitlich zu einer großen, unscharf begrenzten Gattung der Gänsekressen zusammengefasst worden; ab und zu wurden sie in eigene, noch kleinere als die jetzigen Gattungen geteilt. Auch die Abgrenzung der Behaarten Gänsekresse hinsichtlich ihr naher Arten ist unsicher und die artinterne Variation ist nur mangelhaft bekannt. Die Behaarte Gänsekresse scheint sich leicht ihrem Standort entsprechend zu ändern und hat beispielsweise im Schatten wachsend ein anderes Aussehen als in der Sonne. Erwähnenswert mag nur die gänzlich kahle Form sein, die Unterart var. glaberrima.

Die Behaarte Gänsekresse ähnelt von den finnischen Arten am meisten wohl dem Grauen Felsenblümchen (Draba incana), dessen Schoten jedoch ganz anders sind. Außer an den Schoten, der Farbe und der Größe kann man die Arten auch anhand der Blätter unterscheiden: Die Rosettenblätter der Gänsekresse sind größer, breiter und gestutzter, die Spitze der Laubblätter ist eher stumpf, beim Felsenblümchen ist sie geradezu spitz.

Andere Arten derselben Gattung
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