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Bunte Kronwicke

Securigera varia

  • Synonym: Coronilla varia
  • Familie: Schmetterlingsblütengewächse – Fabaceae (Leguminosae)
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze.
  • Höhe: 40–120 cm. Stängel schlaff–aufsteigend, aufrecht verzweigt, kahl.
  • Blüte: Blumenkrone zweiseitig symmetrisch, rötlich, 10–15 mm lang, schmetterlingsartig (fünf Blütenblätter, von denen zuoberst die Fahne, seitlich die Flügel, zuunterst das aus zwei Blütenblättern gebildete Schiffchen). Fahne hellrot, dunkelnervig, Flügel und Schiffchen weiß, Schiffchenspitze dunkel blaurot. Kelch fünfteilig. 10 Staubblätter. Gynoeceum einblättrig und mit einer Narbe. Blütenstand achselständige, langstielige, kugelförmige Dolde mit 5-20 Blüten.
  • Blätter: Wechselständig, kurzstielig, mit Nebenblättern. Blattspreite unpaarig gefiedert, 5-10-paarig, mit Endblättchen. Fiederblättchen länglich, ganzrandig.
  • Frucht: 3–5 cm lange, nach außen zeigende, prismatische, ungeöffnete, an den Knoten abbrechende, aber nicht abgeschnürte Hülse.
  • Standort: Sonnige Heiden und Trockenwiesen, Wegränder, Mülldeponien, Gärten.
  • Blütezeit: Juli–August.

Die Bunte Kronwicke gehört erst relativ kurz zum finnischen Pflanzenbestand. Sie gehörte ihrerzeit als Kulturankömmling zur Flora von Russischkarelien, hat sich dann aber auch innerhalb der jetzigen Grenzen in Südfinnland etabliert. Das natürliche Verbreitungsgebiet der Art liegt in Mitteleuropa, Nordafrika und Asien. In den USA und in Kanada wurde sie allgemein zur Verhinderung von Erosion eingesetzt, zur Bodenverbesserung und als Zierpflanze. Hierfür eignet sie sich als tief wurzelnde, schnell ausbreitende und sich selbst mit Stickstoff aus der Luft düngende Pflanze. Dieselben Eigenschaften machen sie leider auch zu einem wirkungsvollen Konkurrenten, der den ursprünglich vorkommenden Pflanzen den Lebensraum wegnimmt. Vielerorts ist der Ankömmling zu einer echten Landplage geworden, den man durch Jäten, Roden sowie Gift zu vernichten versucht. In Finnland ist sie zumindest bisher eine relativ seltene Erscheinung auf offenen und sonnigen Sand- und Moränenböden. Die Bunte Kronwicke sieht man manchmal auch in Gärten, wo sie sogar an sehr kargen und sonnenbeschienenen Stellen gedeiht; Sie belohnt die Pflege mit ihrer lang währenden hell-lilaroten Blüte.

Die Bestäubungsbiologie der Bunten Kronwicke ist einzigartig: Die Staubbeutel der Staubblätter öffnen sich früh und der Blütenstaub sammelt sich an der Spitze des Schiffchens, von wo er jedoch wegen der verdickten Staubfäden nicht nach hinten gelangen kann. Landet ein großes Insekt auf dem Schiffchen und den Flügeln, biegen sich diese nach unten, die Röhre des Androeceums jedoch widerstrebt dieser Bewegung und schiebt den Blütenstaubstopfen nach oben, wie Zahnpaste aus der Tube, dem Hinterteil des Insekts entgegen. Wenn das Insekt dann auf einer etwas älteren Blüte landet, deren Fruchtblatt schon verlängert ist, berührt die mit dem klebrigen Blütenstaub behaftete Stelle die Spitze des Fruchtblatts, die Narbe.

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