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Campanula aparinoides

 

  • Familie: Glockenblumengewächse – Campanulaceae
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze. Mit Ausläufern.
  • Höhe: 20–50 cm. Stängel schlaff, am Oberteil gewöhnlich verzweigt, dreikantig, rau, haftend.
  • Blüte: Strahlig. Blumenkrone weiß, blaunervig, verwachsenblättrig, offen glockenartig, tief fünfteilig, 5-9 mm lang. Kelch verwachsenblättrig, fünfteilig. Fünf Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, ein Griffel, drei Narben, länger als die Blumenkrone. Blüten als lockere Doldentraube oder manchmal einzeln am Ende der langen und zarten Blütenstiele.
  • Blätter: Wechselständig, sitzend. Blattspreite linealisch lanzettlich, schwach gezähnt – fast ganzrandig. Blattrand und Mittelnerv rau.
  • Frucht: Kugelförmige, nickende Kapsel, bleibt in Finnland unentwickelt.
  • Standort: Feuchte Wiesen, Gräben.
  • Blütezeit: Juli–August.

Die Campanula aparinoides ist eine unscheinbar aussehende Glockenblumenart. Auf die Schnelle betrachtet erinnern der zarte Gesamteindruck, der lockere Blütenstand, die weißen Blüten und die hellgrünen, linealischen Blätter an die Sternmieren (Stellaria spp.).

Die Art ist eigentlich nordamerikanisch. Sie wächst auf feuchten Sumpfwiesen sowohl im Osten der USA als auch Kanadas. Die Art wurde im Jahre 1932 in Finnland in Pälkäne in Süd-Häme gefunden, wo sie entlang des Auslaufs des Tykölän-Sees und auf einer nahe gelegenen feuchten Wiese wuchs, auf einer Fläche von insgesamt ungefähr zwei Hektar. Nach Funden durch Schüler ist die Art dort mindestens schon im Jahre 1912 gewachsen. Sie ist wohl zusammen mit Grassamen wie Klee oder Wiesenlieschgras nach Finnland gekommen. Die finnische Population der Campanula aparinoides ist noch immer das einzige Vorkommen ihrer Art in Europa.

Die Campanula aparinoides scheint sich an ihren finnischen Standorten etabliert zu haben. Man findet sie in Pälkäne und Tampere an gleichartigen feuchten Stellen wie in ihrer Heimat. Mithilfe ihrer dünnen Ausläufer vermehrt sich Campanula aparinoides wirkungsvoll vegetativ; Samen scheinen bei den finnischen Pflanzen dagegen überhaupt nicht gebildet zu werden. Falls der gesamte Pflanzenbestand der Klon einer Pflanze ist, ist es gut möglich, dass sie, selbststeril wie viele andere Glockenblumen auch, keine Samen zu bilden vermag. Dies würde erklären, wieso sich die eigentlich gut etablierte Pflanze von ihren ursprünglichen Standorten aus nicht nach Süden verbreitet hat.

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