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Einfache Wiesenraute

Thalictrum simplex

  • Familie: Hahnenfußgewächse – Ranunculaceae
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze.
  • Höhe: 40–80 cm. Stängel bis zum Blütenstand unverzweigt, kantig.
  • Blüte: Strahlig, blaurot-gelbgrünlich, ca. 1 cm breit. Blütenblätter fehlen. 4–5 Kelchblätter, blaurötlich-hellgrün, früh abfallend. Viele Staubblätter, Staubfäden ca. 3 mm lang, blaurot, Staubbeutel etwas kürzer als die Staubfäden, nickend, gewöhnlich an den Spitzen stachlig. Gynoeceum mit getrennten Blättern, mehrere Fruchtblätter. Blütenstand lockere, oft weitgehend mit Blättern besetzte Traube mit für gewöhnlich vielen Blüten, Blüten nach außen zeigend – aufrecht.
  • Blätter: Wechselständig, gestielt, mit Nebenblättern. 6–8 Blätter. Blattspreite eher länglich, länger als breit, 2–3-fach unpaarig gefiedert. Fiederblättchen gewöhnlich ohne Nebenblätter. Fiederblättchen schmal verkehrt eiförmig – eiförmig (- fast rund), dreiteilig.
  • Frucht: Stachlichspitzige, 2–3,5 mm lange Nuss ohne Stiel mit acht Riefen.
  • Standort: Waldränder, Laubwälder, Wiesen in Laubwäldern, Uferhänge, Überschwemmungswiesen, Trockenwiesen, Wegränder.
  • Blütezeit: Juni–Juli.

Man kennt fast hundert Wiesenrautenarten, in Europa wachsen davon 13 und in Finnland sechs. Obwohl die Artenmenge recht mäßig ist, ist ihre Unterscheidung trotzdem nicht immer so einfach. Der wissenschaftliche Artenname der Einfachen Wiesenraute, simplex, „einfach“, mag auf den langweilig unverzweigten und höchstens am Blütenstand kurz verzweigten Stängel hinweisen – hätte der Namensgeber den Formenreichtum der Art und ihrer nahen Verwandten gekannt, wäre daraus sicherlich ein complex geworden! Die Unterarten der Einfachen Wiesenraute, die Eigentliche Einfache Wiesenraute (ssp. simplex) und die nördliche Unterart ssp. boreale sind in Finnland mäßig weit verbreitet. Man kann sie besonders mit einer anderen weitverbreiteten finnischen Wiesenrautenart verwechseln, der Gelben Wiesenraute (T. flavum), deren Blütenstand jedoch für gewöhnlich dicht ist und die Staubfäden der Staubblätter sind hell.

Die Blütenblätter an den Blüten der meisten Hahnenfußgewächse sind groß und bunt; Bei den Wiesenrauten fallen sie früh ab und sondern auch keinen die Bestäuber anlockenden Nektar ab. Die Aufgaben der Blütenhülle, die Insekten anzulocken, haben teilweise die bunten und duftenden Staubblätter übernommen, die die bei der Bestäubung helfenden Fliegen und Käfer mit reichlich Blütenstaub entlohnen. In der Gattung der Wiesenrauten ist jedoch der Übergang von der Insektenbestäubung zur Windbestäubung mit ihren Zwischenformen zu sehen. Generell hält man die Windbestäubung für primitiver als die Insektenbestäubung: Der Vorteil der Bestäubung durch Tiere ist die Verlässlichkeit, da der Blütenstaub mit den Insekten hauptsächlich zu Blüten derselben Art getragen wird. Die Wiesenrauten sind ein gutes Beispiel für die evolutive Entwicklung, bei der die Bestäubungsart der Blüte von der Insektenbestäubung weg zur früher entstandenen Windbestäubung geht. Die Evolution scheint rückwärts zu gehen, was aber ein Irrtum in der Denkweise des Menschen ist: Die natürliche Auslese begünstigt lediglich möglichst gut die jeweils die Überlebensfähigkeit einer Art fördernden Lösungen.

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