Rubia tinctorum Rubia tinctorum Rubia tinctorum

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Färbermeier

Asperula tinctoria

  • Familie: Rötegewächse – Rubiaceae
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze. Wurzelstock kurz, aufrecht, gelbrot.
  • Höhe: 25–45 cm. Stängel aufrecht verzweigt, prismatisch, kahl, am Grund gelbrot.
  • Blüte: Blumenkrone trichterförmig, weiß, 3–4 mm breit, verwachsenblättrig, langröhrig, dreiteilig. Kein Kelch. 4 Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, zwei Griffel, zwei Narben. Blütenstand weites, lockeres Pleiochasium.
  • Blätter: Quirlständig, in den Wirteln am Unterteil 6, in der Mitte 4 und am oberen Teil 2 Blätter; sitzend. Blattspreite linealisch – schmal lanzettlich, spitz zulaufend, dicklich, Rand ungeteilt, etwas zurückgerollt.
  • Frucht: Zweiteilige, kahle, schwarze Spaltfrucht ohne Knoten.
  • Standort: Steinige Hügel, Gebüsche, Wegränder.
  • Blütezeit: Juli–September.

Der Färbermeier ist in ganz Finnland, auch auf Åland, eine sehr bedrohte und geschützte Art.

Der Färbermeier ist eine anspruchsvolle, Wärme und einen reichlich kalkhaltigen Nährboden verlangende Steppenpflanze, der in Finnland an einigen Stellen auf Åland und in Südwestfinnland vorkommt. Die Rodung der Felder scheint die Vorkommen aufgesplittert zu haben und heutzutage ist ein Teil des Pflanzenbestands davon bedroht, durch Gebäudebebauung verloren zu gehen. Das Wachstum von Sträuchern und das Zuwachsen der Standorte schränken den Lebensraum der Licht liebenden Art noch weiter ein. Aus dem Färbermeier gewinnt man roten Farbstoff zur Garnfärbung. Bereits die Griechen und Römer der Antike kannten die wertvolle Pflanze. Auch der blaublühende, in Finnland selten anzutreffende Ackermeier (A. arvensis) wurde zur Garnfärbung verwendet.

In der finnischen Natur kann man noch eine Färbepflanze aus der Familie der Meier finden. Die Färberröte (Rubia tinctorum), oft auch als Krapp bezeichnet, war eine der wichtigsten Färbepflanzen in Europa. Die daraus gewonnene Farbe, das sogenannte Türkischrot, war berühmt und geschätzt aufgrund seiner Farbbeständigkeit und dem klaren, schönen Farbton. Die Farbe der Färberröte variiert von Weinrot bis Purpurrot, da sie eine Mischung aus mehreren verschiedenen Farbstoffen ist.

Die Farbstoffe der Meier-Arten befinden sich hauptsächlich im Wurzelstock, genauer gesagt in den Rindenteilen als freie Pigmente und gebunden an Zuckerverbindungen. Ein Dutzend Pflanzen kann unter guten Bedingungen in einer Wachstumsperiode etwa drei Gramm frische Wurzelmasse hervorbringen, die getrocknet etwa noch halb so viel wiegt. Zur Färbung eines Kilos Garn benötigt man etwa ein halbes Kilo getrockneter Wurzeln. Die Verwendung der zarten Wurzelstöcke des Meiers zum Färben mag sich unverhältnismäßig arbeitsintensiv anhören, der Anbau und das Sammeln der Pflanzen im großen Maßstab sind jedoch trotz allem deutlich einfacher als das Sammeln verschiedener rotfärbender Insekten oder Mollusken.

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