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Felsenlichtnelke

Silene rupestris

  • Synonym: Atocion rupestre
  • Familie: Nelkengewächse – Caryophyllaceae
  • Wuchsform: Ein- oder manchmal mehrjährige krautige Pflanze.
  • Höhe: 10–20 cm. Stängel eher aufrecht, vom Grund an verzweigt, dünn, kahl.
  • Blüte: Blumenkrone strahlig, weiß, ca. 1 cm breit; 5 Blütenblätter, an der Spitze eingekerbt. Kelch verwachsenblättrig, schmal, fünfteilig, kahl, 10-nervig, hell braungrün. Im Schlund der Blumenkrone befindet sich ein undeutlicher Innenkreis. 10 Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, drei Griffel, drei Narben. Blütenstand vielblütig, locker.
  • Blätter: Gegenständig, sitzend. Blattspreite schmal eiförmig – länglich, ganzrandig, blaugrün, kahl.
  • Frucht: 4–6 mm lange Kapsel.
  • Standort: Offene Felsen, Abhänge.
  • Blütezeit: Juli–August.

Die zarte Felsenlichtnelke blüht tapfer auf der dünnen Humusschicht trockener Felskuppen, der Hitze und Trockenheit ausgesetzt. Sehr wenige Blütenpflanzen gedeihen unter so extremen Bedingungen. Über besondere Eigenschaften der Sukkulentenpflanzen verfügt die Felsenlichtnelke jedoch nicht: Ihr bester Schutz gegen die Trockenheit ist die dünne, die Verdunstung hemmende Wachsschicht, die den Blättern den blaugrünen Schimmer verleiht. Auch die lockere, tuffartige Wuchsform mag die der feindlichen Umgebung trotzende Schönheit schützen. Erstaunlich gut erträgt die Art gnadenlose Sonneneinstrahlung, sie wird jedoch im Laufe langer niederschlagsfreier Phasen in trockenen Sommern oft schon während der Blütezeit strohfarben.

Die jeweilige Pflanzenmenge der kurzlebigen Felsenlichtnelke schwankt stark von Jahr zu Jahr, je nach den Feuchtigkeitsverhältnissen im Sommer. Sie kommt trotzdem treu auf denselben flechtenbewachsenen Felsen vor, die Verbreitung nach Süden scheint stattdessen wenig erfolgreich: Die Verbreitung der Felsenlichtnelke ist von örtlichen Verbreitungszentren geprägt, in deren Umgebung die Art dann wieder vollkommen fehlt. Die Art meidet die fruchtbarsten Gesteinsarten, viele Granit- und Gneisgesteine bleiben ohne die Blüte der Felsenlichtnelke. Eine Erklärung hierfür müsste man wohl aus der grauen Vorzeit der Frühgeschichte ausgraben: Die Standorte der Art sind für gewöhnlich höhere, als erste aus dem Meer aufsteigende Felskuppen. Die Felsenlichtnelke verschönert mit ihren Blüten in erster Linie die grauen Felsen von Südfinnland und dem südlichen Mittelfinnland. In Kuusamo gibt es ein komplett getrenntes Vorkommen in der Gegend des Rukatunturi.

Die zarte und schmächtige Felsenlichtnelke mag eher an die zur selben Familie gehörenden Gipskräuter (Gypsophila) erinnern als an die anderen in Finnland einheimischen Leimkräuter und Lichtnelken. Ihr Gynoeceum hat jedoch zwei Griffel und auch die Kapsel ist entsprechend nur vierteilig.

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