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Filzige Pestwurz

Petasites spurius

  • Familie: Asterngewächse – Asteraceae (Compositae)
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze. Der Blütenschaft entwickelt sich im Frühjahr vor den Blättern. Mit Wurzelstock.
  • Höhe: 20–45 cm, in der Fruchtphase länger (Blütenschaft). Stängel an der Spitze stark behaart.
  • Blüte: Pflanze zweihäusig (Stempel- und Staubblüten auf getrennten Exemplaren), in Finnland nur männliche Pflanzen. Die Blüten bilden von den Deckblättern geschützte blütenartige Körbchen. Blüten am Körbchen hellgelblich, bleichen aus, Randblümchen zungenförmig; Scheibenblüten röhrenförmig. 5 Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, ein Griffel, zwei Narben. Außenkelch 5,5–8 mm, Deckblätter dunkel olivgrün-bräunlich, nur an der Spitze kurzbehaart. 40–70 Körbchen als doldentraubenartige Gruppe.
  • Blätter: Wechselständig. Blätter des Blütenschafts sitzend, untere scheidenartig, obere schuppenartig, lanzettlich, gelbgrün oder einige zumindest am Rand rötlich. Eigentliche Blätter lang gestielt, Blattspreite breit dreieckig, ca. 20 cm breit, am Grund beidseitig 2–4-teilig, auf der Oberseite kahl werdend, auf der Unterseite dichtbehaart, Lappen am Blattgrund auseinander stehend.
  • Frucht: Nuss, an der Spitze mit unverzweigten oder nur schwach verzweigten kurzen Härchen besetzt.
  • Standort: Sandflächen am Meeresufer.
  • Blütezeit: Mai.

Die Filzige Pestwurz ist eine äußerst bedrohte Pflanze.

Die Filzige Pestwurz wächst in Finnland beständig nur auf einer Insel bei Osthelsinki. Das Vorkommen ist etwas zwei Ar groß, scheint aber im Wachsen begriffen zu sein. Die Filzige Pestwurz wurde im Jahre 1974 in Finnland gefunden, aber woher und wann die Pflanze ins Land kam, ist ein Rätsel. Sie könnte sich eigenständig über einen angespülten Wurzelstock am Südrand der Insel beispielsweise von den Flussufern, die im Südwesten des Finnischen Meerbusens einmünden, ausgebreitet haben; Andererseits ist aus alten Villengärten eine ganze Reihe besonderer Pflanzen ausgewildert. Bei der Filzigen Pestwurz entwickeln sich wie bei ihren Verwandten der Blütenstängel und die Wachstumstriebe zu verschiedenen Zeiten. Die blühenden Stängel kommen zeitig im Frühjahr aus dem Boden, die Zeit für die langstieligen Blätter ist erst im Frühsommer. Viele Pestwurzarten sind zumindest teilweise zweihäusig. In den Stempelblüten der Filzigen Pestwurz sind die Staubbeutel der Staubblätter verkümmert und in den Staubblüten ist entsprechend der Fruchtknoten des Fruchtblatts unentwickelt. In Finnland wurden bei der Art nur Staubblüten gefunden, sodass das Vorkommen wohl ein und dasselbe Exemplar, ein Klon ist. Samen können hier nicht entstehen, sodass die Pflanze sich nicht ganz leicht an neue Standorte ausbreiten kann. Die Pestwurzarten breiten sich allerdings wirkungsvoll vegetativ mithilfe des Wurzelstocks aus.

Die Filzige Pestwurz wurde in Finnland in den 1930er Jahren auch bei Eckerö auf Åland gefunden, von wo dieses nur befristet bestehende Vorkommen jedoch verschwunden ist. An den Stränden der Ostsee gibt es die Pflanze vielerorts in Dänemark und Südschweden bis hin nach Gotland. Die Art wächst selten auch in Estland, von wo sie prinzipiell gut in die Schären des Finnischen Meerbusens und an sandige Meeresufer der finnischen Südküste gelangen könnte. Die Filzige Pestwurz ist leicht von der als Zierpflanze gezogenen und stellenweise in die Natur ausgewilderten Roten Pestwurz (P. hybridus) aufgrund ihrer leuchtend gelben Körbchenblütenstände zu unterscheiden; Bei der Roten Pestwurz sind die Blütenstände rot.

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