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Fleischfarbenes Knabenkraut

Dactylorhiza incarnata

  • Familie: Orchideengewächse – Orchidaceae
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze.
  • Höhe: 15–30 cm. Stängel dick, hohl, manchmal am Oberteil purpurrot.
  • Blüte: Blütenhülle zweiseitig symmetrisch, hellrot – dunkel purpurrot, dunkel gemustert, ca. 1,5 cm breit. Sechs Blütenblätter in zwei Wirteln, von denen eines als Lippe ausgebildet ist. Lippe am unteren Teil der Blütenhülle, mit Sporn, schmal, fast ungeteilt – schwach dreiteilig, Ränder nach hinten gebogen. Sporn 3/4 der Länge des Fruchtknotens. Androeceum und Gynoeceum zur Säule miteinander verwachsen, ein Staubblatt, zwei Narben. Blütenstand eher dichte Ähre mit vielen Blüten. Deckblätter der Blüten dunkel rotbraun, fast glattrandig, so lang wie die Blüten oder länger.
  • Blätter: Wechselständig, sitzend, 4–6 Stück, zum Zweigende hin allmählich kleiner werdend. Blattspreite lanzettlich – schmal eiförmig – linealisch, kegelförmige Spitze, ganzrandig, parallelnervig, dunkel- oder graugrün, ungefleckt – beidseitig dicht dunkelgefleckt bis zu einheitlich dunkel.
  • Frucht: Kapsel, Samen fein wie Staub.
  • Standort: Nährstoffreiche Sümpfe, feuchte Wiesen, Ufer.
  • Blütezeit: Juni-Juli.

Die Unterart ssp. incarnata ist südlich der Provinz Oulu außer auf Åland geschützt. Das Blutrote Knabenkraut (ssp. cruenta) ist eine bedrohte Unterart und in ganz Finnland außer auf Åland geschützt.

Das Fleischfarbene Knabenkraut ist angesichts seiner Art recht leicht zu bestimmen, innerhalb dieser gibt es allerdings vielfältige Unterschiede. Die am deutlichsten sich unterscheidende Form ist das Blutrote Knabenkraut, dessen Weg in die Botanik mühselig war: Manchmal wurde es als eigenständige Art aufgefasst, dann wieder fiel es unter die breite Variation des Fleischfarbenen Knabenkrauts. Heutzutage sieht man die Unterart ssp. incarnata und das Blutrote Knabenkraut als Unterarten an, aber auch diese Klassifizierung ist nicht gänzlich unumstritten. Das Fleischfarbene Knabenkraut ist auf alle Fälle eine junge und sich entwickelnde Art, deren verschiedene Formen sich aktiv auseinander entwickeln: Zu einem späteren Zeitpunkt werden sie sich entweder deutlich voneinander unterscheiden oder aber die Unterschiede gleichen sich an. Vorläufig sind die verschiedenen Farbformen genetisch nicht verschieden und zwischen ihnen bestehen auch keine Vermehrungsbarrieren. Der Mensch jedoch stellt durch die Zerstörung der Lebensräume des Fleischfarbenen Knabenkrauts einen Evolutionsfaktor dar: Die wenigen, räumlich entfernt wachsenden Populationen mögen zum Schluss so weit weg voneinander wachsen, dass sie sich nicht mehr untereinander vermehren können, sondern sich in eigene Richtungen entwickeln.

Der zweitwichtigste Faktor, der die Farbformen des Fleischfarbenen Knabenkrauts voneinander unterscheidet, ist wohl das Verhalten der Bestäuberinsekten. Die Wahrnehmung der unterschiedlichen Farbformen ist nicht gleich und die Bestäuber sind für gewöhnlich beim Besuch der Blüte hinsichtlich deren Farbe spezifisch: Wahrscheinlich werden die verschiedenen Farbformen von verschiedenen Insekten bestäubt. Das Fleischfarbene Knabenkraut nutzt an seinen feuchten Standorten die blütenlose Zeit im Hochsommer: Wenn das Angebot gering ist, untersuchen die Hummeln die prächtigen, aber nektarlosen Blüten des Fleischfarbenen Knabenkrauts vielleicht trotz früherer Enttäuschungen. Die Blüten werden auch von anderen Nektarsaugern, Fliegen und Käfern besucht.

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