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Frauenschuh

Cypripedium calceolus

  • Name auch: Gelbe Frauenschuh, Marienfrauenschuh, Europäischer Frauenschuh
  • Familie: Orchideengewächse – Orchidaceae
    (früher Cypripediaceae)
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze. Wurzelstock waagrecht, sich windend.
  • Höhe: 20–50 cm. Stängel drüsig behaart.
  • Blüte: Blütenhülle zweiseitig symmetrisch, 6–9 cm breit. Sechs Blütenblätter in zwei Wirteln, von denen fünf lanzettlich-länglich, rotbraun-dunkelbraun (manchmal gelbgrün), zwei oft miteinander verwachsen, eines als Lippe ausgebildet. Lippe sackartig, tief konkav, gelb, ohne Sporn. Androeceum und Gynoeceum zur sog. Säule miteinander verwachsen, zwei Staubblätter, drei Narben. Gewöhnlich eine, manchmal 2–3 Blüten. Blütenduft fruchtig.
  • Blätter: Wechselständig, sitzend. 3–6 Blätter, zur Zweigspitze hin kleiner werdend. Blattspreite breit länglich – lanzettlich, spitz, ganzrandig, parallelnervig, auf der Unterseite kurzbehaart.
  • Frucht: Längsgeriefte, ca. 3 cm lange Kapsel, Samen fein wie Staub.
  • Standort: Laubwälder, Flachmoor- und Laubfichtenmoorwälder, hainartige Waldränder, Flachmoore, ab und zu auch an trockenen Stellen.
  • Blütezeit: Juni.

Der Frauenschuh ist im ganzen Land bedroht und geschützt, auch auf Åland.

Der Frauenschuh wurde oft getrennt von den anderen finnischen Orchideen in eine eigene Familie der Frauenschuhgewächse (Cypripediaceae) eingestuft. Er hat nicht die für Orchideen typischen, sehr spezialisierten Blütenstaubklumpen, sondern der Blütenstaub von nur zwei Staubblättern ist eine klebrige Masse. Ungeachtet seiner Primitivität ist der Frauenschuh nach Meinung vieler die prächtigste finnische Orchidee.

Die Blüte des Frauenschuhs gehört als Ganze in der finnischen Pflanzenwelt zu den größten, ist vom Durchmesser her gut und gern länger als 10 cm und riecht gut. Der Blütenaufbau ist eine Anpassung an seinen besonderen Bestäubungsmechanismus. Der Frauenschuh gibt keinen Nektar ab und auch keine anderen, für Bestäuber essbare Substanzen. Das Aussehen der Blüte lockt vielerlei Insekten, besonders Hautflügler und Fliegen an, die hin zur gelben Lippe streben. Nachdem sie bemerkt haben, dass sie an eine nektarlose Blüte geraten sind, verlassen die großen Insekten, wie z. B. Hummeln, die Blüte auf demselben Weg, den sie gekommen sind, über die große Öffnung der Lippe und bestäuben so den Frauenschuh nicht. Gewöhnlich bestäuben kleine Erdbienen die Blüte, die schließlich, wenn sie auf der Lippe landen, ins Innere des Sacks rutschen oder fallen. Der Rand des Sacks ist rutschig und nach innen gebogen und die kleinen Insekten gelangen nicht über denselben Weg zurück. Am Hinterteil des Sackes befinden sich jedoch durchsichtige Stellen, die Fenster, die das Insekt in die richtige Richtung leiten: in einen engen Gang zwischen der zweigabeligen Säule und der Lippe. Wenn das Insekt sich über den Gang aus der Blüte entfernt, berührt es mit dem Rücken zuerst die große Narbenoberfläche und dann eines der beiden Staubblätter, von dem klebriger Blütenstaub an seinem Rücken hängen bleibt. Ungeachtet des schweren und unbelohnt bleibenden Werks meiden die Bienen die Blüten des Frauenschuhs nicht – was aus Sicht der Pflanze auch bedauernswert wäre. Das Geheimnis der ungebrochenen Anziehungskraft des Frauenschuhs liegt in seinen Duftstoffen, die teilweise identisch mit den Pheromonen der Erdbienen sind. Außer dass die Blüte selbst diese Substanzen abgibt, streicht die weiche Haarbedeckung des Sackes diese Duftstoffe wirkungsvoll vom nach draußen strebenden Insekt ab. In verschiedenen Teilen ihres Verbreitungsgebiets haben sich die Frauenschuhe an den örtlichen Bestäuberbestand angepasst, was zumindest in der Proportion der Lippe, aber wahrscheinlich auch in Unterschieden bei den Duftstoffen zu sehen ist.

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