© Copyright: Bilder: Jouko Lehmuskallio.
All rights reserved.

Futterwicke

Vicia sativa

  • Familie: Schmetterlingsblütengewächse – Fabaceae (Leguminosae)
  • Wuchsform: Einjährige krautige Pflanze.
  • Höhe: 15–70 cm. Stängel schlaff–aufsteigend-aufrecht, behaart.
  • Blüte: Blumenkrone zweiseitig symmetrisch, blaurot-rot, 10–30 mm lang, schmetterlingsartig (fünf Blütenblätter, von denen zuoberst die Fahne, seitlich die Flügel, zuunterst das aus zwei Blütenblättern gebildete Schiffchen). Kelch fünfteilig. 10 Staubblätter, Staubfäden am Grund miteinander verwachsen. Gynoeceum einblättrig und mit einer Narbe. Blütenstand Traube ohne Stiel mit 1–2 Blüten.
  • Blätter: Wechselständig, kurzstielig-sitzend, mit Nebenblättern. Blattspreite unpaarig gefiedert, 1-7-paarig, mit Ranke. Fiederblättchen verkehrt eiförmig – lanzettlich – linealisch, stachlichspitzig, manchmal an der Spitze eingebuchtet, ganzrandig. Nebenblätter gezähnt, dunkel gefleckt.
  • Frucht: 25–70 mm lange, behaarte-kahle, gelb–braune – schwarze, manchmal zwischen den Samen abgeschnürte Hülse.
  • Standort: Felder, Brachäcker, Brachland, Weg- und Straßenränder, Höfe, Trockenwiesen, Häfen, Bahnhöfe. Auch Futter- und Gründüngerpflanze.
  • Blütezeit: Juni–August.

Den jetzigen wissenschaftlichen Namen erhielten die Pflanzen der Gattung Vicia bereits in der Antike. Zum ersten Mal gebrauchte ihn der Römer Marcus Varro in seinem Landwirtschaftslehrbuch offenbar gerade für die Futterwicke. Der Name gründet auf dem lateinischen Verb vincere, „sich winden” und verweist auf die für die Gattung typischen sich windenden Ranken an den Blättern, mit deren Hilfe auch die Futterwicke auf die übrige Vegetation hinauf klettert. Die Futterwicke wurde ihrerzeit als Winterfutter für das Vieh aus Südeuropa nach Finnland eingeführt und die Art breitete sich dann in die Natur auf Brachäcker sowie die Vorhöfe von Dreschstellen und Mühlen aus. Wie viele andere alte Kulturpflanzen auch ist der Ursprung der Futterwicke schwer zu lokalisieren, vermutlich liegt er aber in den Mittelmeerländern. Die Wicken haben bei ihrer Verbreitung außer vom Menschen auch von Tieren profitiert: Die hartschaligen Samen bleiben im Verdauungstrakt von Pflanzenfressern gut erhalten und können sich dadurch auch über weitere Strecken ausbreiten. Die Futterwicke verfügt ebenfalls über Verbündete unter den kleinsten tierischen Lebewesen: Bei genauerer Betrachtung kann man an ihren Nebenblättern kleine schwarze Punkte erkennen. Dies sind Nektarbehältnisse, deren süße Flüssigkeit Ameisen an den Pflanzenstängel lockt. Sie verteidigen die Pflanze gegenüber Fraßfeinden und vielleicht sogar gegenüber größeren Pflanzenfressern, als Lohn erhalten sie Nektar.

Von der Futterwicke gibt es in Finnland zwei Unterarten: Die Schmalblättrige Wicke (ssp. nigra), deren Fiederblättchen lanzettlich sind, und die eigentliche Futterwicke (ssp. nigra) mit verkehrt eiförmigen Fiederblättchen. Die Futterwicke ähnelt in Finnland der deutlich verbreiteteren Zaunwicke (V. sepium), die breitere, stachellose Fiederblättchen hat.

Andere Arten derselben Gattung
Andere Arten derselben Familie

Follow us!

Arten bestimmen!

Sivun alkuun / Top of the page