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Gartenkresse

Lepidium sativum

  • Familie: Kreuzblütengewächse – Brassicaceae (Cruciferae)
  • Wuchsform: Ein- oder zweijährige krautige Pflanze.
  • Höhe: 20–40 cm. Stängel am Oberteil verzweigt, kahl, blaugrün.
  • Blüte: Blumenkrone strahlig, hellrötlich, ca. 0,5 cm breit; vier Blütenblätter, 2–3 mm lang. Vier Kelchblätter. Gewöhnlich 6 (manchmal 4) Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, ein Griffel, eine Narbe. Blütenstand in der Fruchtphase länger werdende Traube.
  • Blätter: Wechselständig. Blattspreite gefiedert, an den oberen fast fiederspaltig – unpaarig gefiedert, manchmal ungeteilt.
  • Frucht: Längliche, flache, an der Spitze breit häutig berandete, eingebuchtete, graue, ca. 6 mm lange Schote mit zwei Samen. Stiel der Schote eher aufrecht, 5–8 mm lang.
  • Standort: Mülldeponien, Brachland, Wegränder, Vogelfütterungsplätze, Höfe, Gärten.
  • Blütezeit: Juni–August.

Die mehr als hundert Arten aus der Gattung der Kressen wachsen in Gebieten mit gemäßigtem und subtropischem Klima sowie in den tropischen Gebirgen rund um den Globus. Als ursprünglich natürlich vorkommende Wildpflanzen gehören die Kressen für gewöhnlich zur Fauna von Gebirgswiesen, Felsen und salzigen Böden, so manche Art hat sich aber auch an vom Menschen bereiteten Standorten angesiedelt. Die Gartenkresse scheint ursprünglich in Ägypten und im Nahen Osten als alte Kulturpflanze gewachsen zu sein, die sich jedoch mit dem Menschen zusammen weit verbreitet und sich außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets auf Kulturflächen angesiedelt hat. Die Gartenkresse wird als frühes Gemüse und Salatpflanze verzehrt und aus den Samen wurde Senf gemacht. In der Familie der Korbblütler gibt es eine ganze Schar wichtiger Nahrungspflanzen und die Blätter vieler auch einheimischer wilder Arten sind jung essbar. Die Arten dieser Familie haben für gewöhnlich wenig chemische Verteidigungsstoffe gegen Pflanzenfresser, sodass sie sich gut als Kulturpflanzen eignen. Viele stark gezüchtete Anbauformen sind völlig vom Menschen abhängig geworden: Sie haben ohne Düngung, Schädlingsgifte und vor Pflanzenfressern umzäunten Feldern keine Chance. Der Besuch solch ungezüchteter Arten wie der Gartenkresse bleibt in Finnland wegen der kurzen nordischen Wachstumsperiode und des harten Winters oft kurz, auf eine Wachstumsperiode beschränkt.

Die in Finnland nicht etabliert als Gartenflüchtling oder vereinzelt eingeschleppte Pflanze wachsende Gartenkresse sollte man besonders an halb vergessenen und stark frequentierten Stellen von Siedlungszentren suchen. Die Gartenkresse zieht an ihrem Standort inmitten der übrigen Vegetation die Aufmerksamkeit nicht gerade auf sich. Für die als Kulturfolger wachsende Pflanze scheint ihre Anspruchslosigkeit jedoch eher ein Vor- als ein Nachteil zu sein: Niemand wird sich die Mühe machen, die von ihrer Blüte so unscheinbare Kresse zu pflücken und nur selten findet ihre Existenz überhaupt Beachtung. Für den Pflanzenfreund ist die Gartenkresse eine wirklich witzige und exotische Überraschung. Demjenigen, der mit scharfem Blick Pflanzen bestimmt, kann die Gattung der Kressen viele neue Erfahrungen bieten: In der finnischen Natur wurden sogar südamerikanische Vertreter der Gattung gefunden.

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