© Jorma Karjalainen

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Gegenblättriger Steinbrech

Saxifraga oppositifolia

  • Familie: Steinbrechgewächse – Saxifragaceae
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze. Hauptwurzel kräftig. Horstbildend, bildet manchmal polster-teppichartige Pflanzenbestände.
  • Höhe: 2–5 cm. Stängel verholzend, schlaff – aufsteigend. Blühende Triebe dicht mit Blättern besetzt, blütenlose Ausläufer mit wenigen und kleinen Blättern.
  • Blüte: Blumenkrone strahlig, blaurot-rotviolett, ca. 1 cm breit; fünf Blütenblätter, 5–10 mm lang. Fünf Kelchblätter, behaart. 10 Staubblätter, Staubbeutel blau. Gynoeceum am Grund verwachsenblättrig, zwei Griffel, zwei Narben. Blüten einzeln am Ende des Blütenstiels, duftend.
  • Blätter: Gegenständig in vier Reihen, sitzend, überwinternd. Blattspreite eiförmig – umgekehrt eiförmig, ungeteilt und bewimpert, fleischig, steif aufrecht, blaugrün, oft kalkbefleckt.
  • Frucht: Zweiteilige Kapsel.
  • Standort: Auf den Fjälls an Stellen, an denen der Schnee liegen bleibt, Bachläufe, Wasserablaufflächen, Felswände, Findlinge, Schotterflächen, Fjällheiden.
  • Blütezeit: Juni–Juli.

Während der Blüte ist der Gegenblättrige Steinbrech eine richtige Sehenswürdigkeit. Er öffnet seine Blüten an den Südhängen sofort, wenn der Frühling im Fjäll anbricht, aber die an den Nordhängen unter den letzten Schneeresten zum Vorschein kommenden Pflanzen sind erst im Juli mit der Blüte dran. Die Art wächst sogar an den Hängen des höchsten finnischen Fjälls, des Halti, außerhalb vom Nordwestzipfel Lapplands gibt es einige Vorkommen bei Inari in Lappland.

Der anspruchsvolle Gegenblättrige Steinbrech wächst nur auf kalkhaltigem Grund. Die Pflanze hat an der Spitze ihrer Blätter eine Wasser absondernde Zellgruppe, aus der kalkhaltiges Wasser auf den Horst tropft. An Stellen mit viel Kalk wird die Pflanze allmählich von einer weißen Kalkschicht verschmutzt. Man nimmt an, dass die Pflanze von dieser Bedeckung auch profitiert. Sie verringert die Verdunstung, schützt vor zu starker Sonneneinstrahlung und den Blattrand vor Beschädigung durch den Wind. Auf den Fjällheiden wachsender Gegenblättriger Steinbrech bildet teppichartige Pflanzenbestände, die an die echten Polsterpflanzen erinnern. Der in Felsspalten wachsende Typ hat jedoch lange Triebe und die Bestände sind lockerer. In Finnland ist der Gegenblättrige Steinbrech im Unterschied zu den anderen Steinbrechen und entsprechend seinem wissenschaftlichen Namen oppositifolia gegenständig, aber beispielsweise in den Pyrenäen findet man eine zweizeilige Form.

Da der Gegenblättrige Steinbrech weit verbreitet auch in den südlicheren Gebirgsgegenden wächst, wurde er zum Gegenstand einer internationalen Untersuchung gewählt, bei der das Klima und seine Beziehung zum Zeitpunkt der Blüte untersucht werden. Für die Fjällpflanzen wäre die schnelle Erwärmung des Klimas äußerst verhängnisvoll. Der Gegenblättrige Steinbrech wächst genau in den obersten Teilen der Fjällzone, wo nur wenige Blütenpflanzen gedeihen. Als einzige blau blühende finnische Steinbrechart kann man den Gegenblättrigen Steinbrech mit keinem anderen Steinbrech verwechseln. Am ehesten ähnelt er dem Stängellosen Leimkraut (Silene acaulis), dessen Blätter jedoch dünn und nadelartig sind.

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