© Copyright: Bilder: Jouko Lehmuskallio.
All rights reserved.

Gemeines Leinkraut

Linaria vulgaris

  • Familie: Wegerichgewächse – Plantaginaceae
    (früher Braunwurzgewächse – Scrophulariaceae)
  • Höhe: 20-70 cm.
  • Blüte: Blumenkrone gelb, lippenförmig und mit Sporn, 25-30 mm lang. Die Oberlippe ist zweiteilig. Unterlippe dreiteilig und am Grund befindliche Verdickung rotgelb. Vier Staubblätter, von denen eines verkümmert ist. Verwachsenblättriges Gynoeceum zweizählig, ein Griffel. Blütenstand vielblütige, lange ährenartige Zweigtraube.
  • Blätter: Sitzend, linealisch, am Ende spitz, Ränder zurückgerollt.
  • Frucht: Fast runde Kapsel, 5-10 mm, scheibenförmiger Samen mit Hautrand.
  • Standort: Sandige und schotterige Meeresufer, Felsen, Wegränder, Hafenanlagen, trockenes Brachland, Getreidefelder, Zierrasen, Feldränder. Auch als Zierpflanze sowie Überbleibsel des Anbaus und Kulturflüchtling.
  • Blütezeit: Juli-September.

Von den Leinkräutern (Linaria spp.) gibt es in Westasien und in den Mittelmeerländern besonders viele. Viele von ihnen sind zumindest in gewissem Maße Kulturbegleiter.

Das Gemeine Leinkraut ist eine mehrjährige Pflanze mit kräftigem Wurzelstock und Wurzelsprossen. Es blüht an Wegrändern bis spät in den Herbst. Ursprünglich ist das Gemeine Leinkraut eine Steinpflanze der finnischen Meeresufer. Die Pflanzen im Binnenland sind möglicherweise später eingeschleppt worden. Wegen seiner schönen Blüten wurde das Gemeine Leinkraut in Gärten umgesiedelt und hat auf diese Art ebenfalls neue Standorte gewonnen.

Die beiden Verdickungen an der Unterlippe der ungewöhnlich aussehenden Blumenkrone des Gemeinen Leinkrauts verschließen den Schlund der Blüte dicht. Nur Hummeln und einige recht kräftige Insekten vermögen die Blüte zu öffnen, kommen an den Nektarvorrat des Sporns und führen die Bestäubung durch. Die spezialisierte Blüte verringert zum einen den Wettbewerb unter den Bestäubern, zum anderen vermehrt sie deren Treue zur Pflanze. Beide Teile profitieren davon: Für die seltenen und ausgewählten Bestäuber des Gemeinen Leinkrauts gibt es mehr Nektar und der Blütenstaub der Pflanze seinerseits wird viel wahrscheinlicher an die richtige Stelle, auf die Narbe eines Fruchtblatts eines Artgenossen, transportiert. Manche Hautflügler, die auf normalem Wege nicht an den Nektar gelangen, beißen ein Loch in die Spitze des Sporns des Gemeinen Leinkrauts und stehlen den Nektar, ohne der Pflanze einen Gegendienst zu erweisen.

Andere Arten derselben Gattung
Andere Arten derselben Familie

Follow us!

Arten bestimmen!

Sivun alkuun / Top of the page