© Copyright: Bilder: Jouko Lehmuskallio.
All rights reserved.

Gemeines Moschuskraut

Adoxa moschatellina

  • Familie: Moschuskrautgewächse – Adoxaceae
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze. Wurzelstock sich windend, schuppig. Mit Ausläufern.
  • Höhe: 8–15 cm. Stängel unverzweigt, kahl.
  • Blüte: Blumenkrone strahlig, grünlichgelb, 6–8 mm breit, verwachsenblättrig, 4–5-teilig. Kelch zwei- oder dreiteilig. 4 oder 5 Staubblätter, zweiteilig. Gynoeceum verwachsenblättrig, ein Griffel, 4 oder 5 Narben. Blütenstand gewöhnlich dichte köpfchenartige Blütenstände mit fünf Blüten. Blüten duften.
  • Blätter: Am Grund sowie am Stängel zwei Blätter gegenständig. Grundständige Blätter doppelt dreifiedrig, Lappen eingeschnitten – grob gezähnt, Laubblätter einfach eingeschnitten, gedeckt-grün.
  • Frucht: Beerenartig, grünlich, 5 mm lang. Frucht bei Reife dem Boden zugewandt.
  • Standort: Laubwälder, Felsen in Hainwäldern, Felsstufen in Laubwäldern, steile Abhänge, Bachläufe.
  • Blütezeit: Mai–Juni.

Wie man anhand der zarten Erscheinung und den dünnen Blättern des Gemeinen Moschuskrauts schließen kann, ist die Art eine Schattenpflanze, die feuchte, besonders fruchtbare und humushaltige Hainwälder bevorzugt. Ihr annähernd zusammenhängendes Wachstumsgebiet reicht von Åland bis an die Küsten von Varsinais-Suomi, nach Satakunta und ins Tal des Kokemäenjoki, in den Südwestteil von Südhäme und nach Uusimaa. Getrennte Vorkommen gibt es in Südkarelien ganz an der Ostgrenze, im Mündungsgebiet des Kemijoki sowie in Ostlappland in Salla und bei Savukoski. Das Gemeine Moschuskraut ist keine absolute Rarität, aber selbst so mancher, der sich viel in der Natur bewegt, hat noch nie diesen unscheinbaren Bewohner der Krautschicht der Hainwälder bemerkt. Sogar sein wissenschaftlicher Gattungsname Adoxa, der „unbekannt“ oder „ohne Ruf“ bedeutet, bezeichnet die Niedrigkeit und das vom grünen Farbton beherrschte Aussehen der Pflanze gut. Auch viele Pflanzenfreunde mögen das Gemeine Moschuskraut übergangen haben, indem sie es für ein Buschwindröschen oder ein Pflänzchen des Kriechenden Hahnenfußes hielten. Bei genauerer Untersuchung kann man bemerken, dass das Gemeine Moschuskraut stellenweise recht verbreitet ist und mit seinen zarten Wurzelstöcken sogar umfangreiche, teppichartige Pflanzenbestände bildet. Bückt man sich zur Pflanze herunter, kann man gleichzeitig auch den leichten moschusartigen Geruch der Blätter bemerken – die Blüten riechen am ehesten nach Unrat und locken offenbar an allem möglichen Verdorbenem interessierte Fliegen als Bestäuber an.

Neben seiner kleinen Größe und unscheinbaren Erscheinung wird die Wahrnehmung des Gemeinen Moschuskrautes zusätzlich durch die kurze jährliche oberirdische Phase und entsprechend durch den Beobachtungszeitraum erschwert. Das Gemeine Moschuskraut keimt zeitig im Frühjahr, blüht im Mai und verschwindet schon zu Sommerbeginn unter der Erde, um das Ende des nächsten Winters abzuwarten. Wenn man sorgfältig gräbt, kann man an den Standorten der Pflanze den Ausläufer bildenden Wurzelstock finden, den die als Nahrungsspeicher dienenden schuppenartigen Blätter umhüllen. Vor der Ruhezeit biegt das Gemeine Moschuskraut die Gruppe mit den Früchten zur Erde herunter, wo die Ameisen und Schnecken sich gütlich tun und dabei die Samen um sich ausbreiten.

Bäume und Sträucher aus derselben Familie

Follow us!



Arten bestimmen!

Sivun alkuun / Top of the page