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Gewöhnliche Alpenscharte

Saussurea alpina

  • Familie: Asterngewächse – Asteraceae (Compositae)
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze.
  • Höhe: 10–60 cm. Stängel unverzweigt, kurzbehaart, gewöhnlich rotbraun.
  • Blüte: Die Blüten bilden von den Deckblättern geschützte blütenartige 1,5–2 cm lange Körbchen. Randblümchen am Körbchen fehlen; Scheibenblüten blauviolett (selten weiß), röhrenförmig. Fünf Staubblätter, länger als die Blumenkrone, blau. Gynoeceum verwachsenblättrig, ein Griffel, zwei Narben. Außenkelch zylindrisch, zuerst spinnennetzartig behaart, kahl werdend, Deckblätter verdecken sich in mehreren Reihen, rotbraun-graubraun, glänzend behaart. 4–12 Körbchen als dichte Gruppe. Blüte mit Vanilleduft.
  • Blätter: Wechselständig, grundständige Blätter langstielig, Stiel der Laubblätter herablaufend, obere Blätter sitzend. Blattspreite lanzettlich, am Grund spitz zulaufend, mit langen Spitzen, fransig gezähnt – ganzrandig, welliger Rand, auf der Oberseite dunkelgrün, oft teilweise blaurot, auf der Unterseite gräulich behaart.
  • Frucht: Zylindrische, kahle, 4 mm lange Nuss mit unverzweigten oder nur schwach verzweigten kurzen Härchen an der Spitze.
  • Standort: Flachmoore, Flachmoorwälder, -sümpfe, -wiesen, Quellfluren, Bachläufe, fruchtbare Fjällbirkenwälder, Fjällwiesen.
  • Blütezeit: Juli–September.

Die Gattung der Gewöhnlichen Alpenscharte wurde zu Ehren des schweizerischen Naturforschers Théodore de Saussurea benannt. Er erkannte als Erster, dass Kohlendioxid für die grünen Pflanzen eine Notwendigkeit ist. Auch die Gewöhnliche Alpenscharte benötigt für die Photosynthese Kohlendioxid, Wasser und Sonnenlicht, aber im Südteil ihres Verbreitungsgebiets verlangt sie ebenso einen kalkhaltigen Boden. In der Waldregion ist sie dann auch eine anspruchsvolle Art von Flachmooren und wächst in Finnland in Kuusamo, Kittilä und in der Gegend von Keminmaa–Tervola nur an besonders fruchtbaren Stellen. Auf den Fjälls ist die Gewöhnliche Alpenscharte dagegen eine weit verbreitete Pflanze an vielerlei Stellen: Heiden, Laubwälder, Hochstaudenfluren, Ufer von fließendem Gewässer, ufer und Sümpfe, am besten auf Fjälls in über 1000 m Höhe. Die finnische Gewöhnliche Alpenscharte mag die Eiszeit an eisfreien Küstenfjälls in Norwegen überdauert haben und ihre Verbreitung ist daher schwerpunktmäßig nördlich.

Die Gewöhnliche Alpenscharte blüht spät, erst im Spätsommer. Auf den baumlosen Anhöhen blüht sie nur in außergewöhnlich günstigen Jahren, aber der Fjällbestand erhält Nachschub von tieferen Hängen, wo die Blüte häufiger gelingt. In jedem Körbchen sitzen nur wenige Blüten, aber sie sind dank ihrer schön gefärbten Blumenkrone und der Staubblätter reizend anzusehen. Ihr Geruch wurde mit dem der Vanille verglichen, genau wie beispielsweise beim Lappländischen Läusekraut und beim Moosglöckchen.

Die Gewöhnliche Alpenscharte ist vom Aussehen her einer Kratzdistel ähnlich, aber anders als diese ganz ohne Stacheln. Blütenlos kann man sie mit der Verschiedenblättrigen Kratzdistel (Cirsium heterophyllum) vergleichen, die wie die Gewöhnliche Alpenscharte für gewöhnlich auf den baumlosen Anhöhen nur als Grundrosette wächst. Beider Blätter sind zweifarbig, auf der Oberseite grün und auf der Unterseite grau oder beinahe weiß. Die Blätter der Gewöhnlichen Alpenscharte sind aber locker gezähnt und die untersten langstielig. Die Zähne am Blattrand der Verschiedenblättrigen Kratzdistel stehen dicht und die Blattspreite setzt sich mit dem Stiel allmählich als schmale Blattscheide fort.

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