Polygala comosa Polygala comosa Polygala comosa

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Gewöhnliches Kreuzblümchen

Polygala vulgaris

  • Familie: Kreuzblümchengewächse – Polygalaceae
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze. Wurzelstock verzweigt.
  • Höhe: 10–25 cm. Mehrstängelig. Stängel aufsteigend – fast aufrecht, für gewöhnlich unverzweigt, am Grund etwas verholzend, behaart.
  • Blüte: Zweiseitig symmetrisch, 6–8 mm lang. Blumenkrone für gewöhnlich blau, selten blauviolett, rosenrot oder weiß, am Grund verwachsenblättrig, röhrenförmig, dreiteilig; obere Lappen an der Spitze rund, unterster schiffchenartig, an der Spitze vielteilig. Fünf Kelchblätter, die innersten zwei groß, deutlich länger als die Kapsel, wie Kronenblätter, handnervig; die äußeren drei bläulich-grün, kurz, schmal. Acht Staubblätter, in zwei Gruppen. Gynoeceum verwachsenblättrig, ein Griffel, zwei Narben. Blütenstand längliche, eher lockere Zweigtraube mit 10–30 Blüten, Vorblätter fallen früh ab.
  • Blätter: Wechselständig. Blattspreite lanzettlich–länglich, Rand ganzrandig, behaart. Zur Blütezeit Unterteil des Stängels blattlos.
  • Frucht: Herzförmige, flache, zweiteilige Kapsel mit breitem Hautrand.
  • Standort: Trockenwiesen, Heiden, Viehweiden, Wegränder, steinige Polster.
  • Blütezeit: Juni-Juli.

Das Gewöhnliche Kreuzblümchen ist in ganz Finnland (nicht auf Åland) bedroht und geschützt.

Das Gewöhnliche Kreuzblümchen ist mit seinen zierlichen blauen Blüten auf trockenen Wiesen und Halden ein Blickfang. Der finnische Taufpate sah in der Blüte die Gestalt eines Vogels. Für den Pflanzenkenner mag es die Blüte eines Schmetterlingsblütengewächses in den Sinn rufen, obwohl sie überhaupt nicht miteinander verwandt sind. Das Funktionsprinzip ist jedoch dasselbe: Nur ein großes und schweres Insekt – wie eine Hummel oder eine Biene – ist in der Lage, die gekielte Spitze des untersten Blütenblattes herunterzubiegen, um den Weg zum Nektar freizumachen. Gleichzeitig werden auch die Staub- und Fruchtblätter freigelegt und die Bestäubung kann erfolgen. Von den Blütenblättern der Kreuzblümchen sind zwei ganz klein und die großen, kronenblattartigen Seitenlappen sind eigentlich Kelchblätter. Für gewöhnlich schützen die Kelchblätter die Knospe und die Blütenblätter ihrerseits locken Bestäuber an, aber bei den Kreuzblümchen ist die Arbeitsteilung teilweise anders gestaltet.

Das Gewöhnliche Kreuzblümchen wächst in Finnland auf Åland. Man trifft es auch in den Schären von Turku an, aber die Vorkommen auf dem Festland könnten schon verschwunden sein. Es wächst auch in Sortavala hinter der heutigen Ostgrenze, aber bisher wurden noch keine Funde auf den Wiesen Ostfinnlands gemacht. Auf dem finnischen Festland wächst hier und dort das nah verwandte Sumpfkreuzblümchen (P. amarella), dessen Blüten kleiner sind und das am Grund eine deutliche Grundrosette hat. Auf Åland kann man das Gewöhnliche Kreuzblümchen auch mit dem Schopfigen Kreuzblümchen (P. comosa) verwechseln, bei dem die Vorblätter der Blüten lang erhalten bleiben, die kronenblattartigen Kelchblätter sind für gewöhnlich höchstens so lang wie die Kapsel und in der Regel deutlich blaurot.

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