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Glockenheide

Erica tetralix

  • Familie: Heidekrautgewächse – Ericaceae
  • Wuchsform: Mehrjähriger Zwergstrauch.
  • Höhe: 10–20 cm. Stängel aufsteigend-aufrecht, verholzend, junge Zweige behaart.
  • Blüte: Blumenkrone krugförmig, hellrot, 5–9 mm lang, verwachsenblättrig, schwach vierteilig. Vier Kelchblätter, drüsig behaart. 8 Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, eine Narbe. Blütenstand Dolde mit wenigen Blüten; Blüten nickend, duftend.
  • Blätter: Quirlständig in Vierergruppen, sitzend, unter dem Blütenstand am Stängel anliegend, sonst nach außen zeigend, überwinternd. Blattspreite nadelartig, drüsig behaart, graugrün, Blattrand ungeteilt, zurückgerollt.
  • Frucht: Von der Blumenkrone geschützte, behaarte Kapsel.
  • Standort: Kiefernbruchwälder, Sumpfränder von Teichen.
  • Blütezeit: August.

Die Glockenheide ist in Finnland ausgesprochen bedroht und im ganzen Land geschützt.

Das Gemeine Heidekraut (Calluna vulgaris) ist ein wohlbekannter Zwergstrauch von Heidewäldern, selten jedoch spricht man von der anderen in Finnland wachsenden Heidekrautart, der Glockenheide, die der ganzen Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae) ihren Namen gegeben hat. Ihre Gattung umfasst mehr als 500 Arten: Der größte Teil davon wächst in der Kapprovinz, in Südafrika, einige trifft man in den Gebirgen des tropischen Afrikas und im Mittelmeerraum an, eine Handvoll kommt auch noch weiter nördlich in Europa vor. In Finnland ist die Glockenheide eine große Seltenheit: Es gibt nur ein einziges Vorkommen bei Kuhmo, etwa 700 Kilometer von den nächsten anderen Standorten entfernt. Die Art ist in Finnland offensichtlich seit der Wärmeperiode nach der letzten Eiszeit an Sumpfufern kleiner Teiche gewachsen. Wahrscheinlich gab es sie früher auch noch in Häme, einige unsichere Informationen, möglicherweise über kurzzeitig existierende Vorkommen gibt es auch von Åland und von der östlichen Küste des Finnischen Meerbusens. Die Art ist in Finnland wohl ein Überbleibsel des günstigeren Klimas: Die Glockenheide liebt feuchtes und im Winter mildes, also maritimes Klima. In ihrem Hauptverbreitungsgebiet in Westeuropa ist die Glockenheide eine verbreitete Art auf Heiden, wenngleich die Eutrophierung sie an manchen Stellen bedroht. Das einzige in Finnland bekannte Vorkommen ist hauptsächlich durch Änderungen des Lebensumfelds bedroht. Der Standort wurde bereits in den 1970er Jahren geschützt, es sind jedoch nach wie vor weitere aktive Schutzmaßnahmen nötig, um den gesamten Bestand zu schützen und die Lebensmöglichkeiten der Art zu gewährleisten.

Vom Gemeinen Heidekraut (Calluna vulgaris) unterscheidet man die Glockenheide durch die deutlich fassförmige Blumenkrone, den kürzeren und grünen Kelch sowie durch die sich auf andere Art öffnende Kapselfrucht. Die Blätter der Glockenheide sind linealisch nadelartig, beim Gemeinen Heidekraut eher schuppenartig. Die klebrigen Drüsenhaare der Blätter ließen Charles Darwin, der die Evolutionstheorie entwickelte, vermuten, dass die Glockenheide eine fleischfressende Pflanze sein könne – wahrscheinlich versucht die Pflanze dadurch aber eher zu verhindern, selbst von Pflanzenfressern verspeist zu werden.

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