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Große Bibernelle

Pimpinella major

  • Familie: Doldengewächse – Apiaceae (Umbelliferae)
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze. Wurzelstock waagrecht – etwas aufrecht.
  • Höhe: 40–100 cm. Stängel am Oberteil verzweigt, kantig, tief gefurcht, gewöhnlich kahl (manchmal am Grund behaart), zumindest am unteren Teil hohl, an den Knotenstellen Zwischenwände.
  • Blüte: Blumenkrone strahlig, weiß-rötlich, weniger als 5 mm breit (Randblümchen oft leicht zweiseitig symmetrisch); 5 Blütenblätter, an der Spitze eingekerbt, Spitze nach innen gedreht. Kelch verkümmert. 5 Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, zwei Griffel, zwei Narben. Blütenstand Doppeldolde, 10–25 Dolden zweiter Ordnung. Dolden erster und zweiter Ordnung ohne Hüllblätter.
  • Blätter: Wechselständig, gestielt, Blattgrund scheidenartig. Blattspreite der grundständigen Blätter unpaarig gefiedert, 3–9 Fiederblättchen. Fiederblättchen breit eiförmig – lanzettlich, spitz zulaufend, gezähnt – wenig geteilt. Spreite der Laubblätter doppelt unpaarig gefiedert, Fiederblättchen schmal eingeschnitten.
  • Frucht: Eiförmige, an den Seiten etwas abgeflachte, zweiteilige, kahle, deutlich geriefte, dunkelbraune, 2,5-3,5 mm lange Spaltfrucht.
  • Standort: Rodungslichtungen, Halden, Wegränder, Böschungen, Armeegelände, Häfen.
  • Blütezeit: Juli–August.

Die Große Bibernelle ist in Finnland ausgesprochen bedroht und im ganzen Land geschützt.

Die Große Bibernelle wächst in Finnland indigen offensichtlich nur in Nordkarelien, in Liperi. Das Verbreitungsgebiet der Art reicht zusammenhängend bis in den karelischen Teil des Ladogasees, sodass das einzelne finnische Vorkommen in den Kreis der natürlichen Verbreitung gehören könnte. Zumindest wuchs die Art an ihrem Standort bereits seit dem Jahr 1868 – ältere Angaben zur Pflanze gibt es für Finnland nicht. Heutzutage gibt es die Große Bibernelle in Lammu bei Liperi an drei nahe voneinander gelegenen Stellen und auf einigen alten Hofflächen Ostfinnlands, wo sie sehr wahrscheinlich als Zier- oder Heilpflanze angebaut wurde. Die aus dem Anbau stammenden Pflanzen sind oft merklich großwüchsiger und rötlicher blühend – sie scheinen von einem anderen Stamm zu sein als die natürlichen finnischen Vorkommen. Die Art gedeiht in der finnischen Natur am besten in halboffenen, durch traditionelle Landnutzung geschaffenen Umgebungen wie Rodungslichtungen, Lichtungen in Laubwäldern, auf Weideplätzen und Wiesen. Mit dem Ende der traditionellen Wiesen- und Weidenwirtschaft sind die Standorte der Großen Bibernelle vom Zuwachsen bedroht. Als eingeschleppte Art kann man die Große Bibernelle in Häfen und an den Lagerplätzen der Deutschen während des Krieges, von der Südküste bis nach Lappland, antreffen.

Ihrem Namen entsprechend ist die Große Bibernelle deutlich großwüchsiger als ihre Verwandte, die Kleine Bibernelle (P. saxifraga). Der Stängel der Großen Bibernelle ist zusätzlich kantig und tief gefurcht, bei der Kleinen Bibernelle ist er walzenförmig und fast ohne Furchen. Die Erkennungsmerkmale an der Frucht sind bei der Bestimmung der Doldenblütler wichtig und auch die Bibernellen unterscheidet man am sichersten im Frühherbst anhand ihrer reifenden Spaltfrüchte: Die Teilfrüchtchen der Kleinen Bibernelle sind fast glatt, die der Großen Bibernelle deutlich gerieft.

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