Sium sisarum

© Copyright: Bilder: Jouko Lehmuskallio.
All rights reserved.

Großer Merk

Sium latifolium

  • Familie: Doldengewächse – Apiaceae (Umbelliferae)
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze. Wurzelstock kurz, aufrecht, mit vielen Knoten.
  • Höhe: 100–150 cm. Stängel am Oberteil verzweigt, kantig, kahl, hohl, an den Knotenstellen Zwischenwände.
  • Blüte: Blumenkrone strahlig, weiß, weniger als 5 mm breit; 5 Blütenblätter, an der Spitze eingekerbt, Spitze nach innen gedreht. Fünf Kelchblätter. 5 Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, zwei Griffel, zwei Narben. Blütenstand Doppeldolde, gewöhnlich 20–30 Dolden zweiter Ordnung. Hauptdolde und Dolden zweiter Ordnung mit Hüllblättern, Hüllblätter der Hauptdolde eher groß, wie Laubblätter, mit häutigem Rand.
  • Blätter: Wechselständig, gestielt, Blattgrund scheidenartig. Blattspreite der Wasserblätter 2–3-fach unpaarig gefiedert, sehr fein gefiedert. Blattspreite der Luftblätter unpaarig gefiedert, 4–8-paarig mit Endblättchen, Fiederblättchen länglich – lanzettlich – eiförmig, gesägt.
  • Frucht: Breit schiffchenförmige – längliche, abgeflachte, zweiteilige, dick geriefte, braune, 3-4 mm lange Spaltfrucht.
  • Standort: Fruchtbare Flussufer, Flussmündungen.
  • Blütezeit: Juli–August.

Der Große Merk ist in Finnland ausgesprochen bedroht und im ganzen Land geschützt.

Der anspruchsvolle Große Merk gedeiht in flachem Wasser, am liebsten in langsam fließenden Flüssen und Flussmündungen. Auch nährstoffreiche Seen und Kleingewässer eignen sich für ihn, die Pflanze wuchs manchmal nachgewiesenermaßen sogar in kleinen, nährstoffarmen Pfützen auf Felsen am Meeresufer. Man sollte annehmen, dass es der Art im Land der tausend Seen nicht an geeigneten Ufern mangelt. Das Vorkommen des Großen Merks in der finnischen Natur scheint dennoch ausschließlich auf die mit Röhricht bewachsene Flussmündung des Summa-Flusses bei Vehkalahti in Südostfinnland und auf die am Ufer des Meerbusens wachsenden Bestände beschränkt zu sein. Ein anderes belegtes Vorkommen lag in Varsinais-Suomi, am Unterlauf des Sirppu-Flusses in Uusikaupunki, bis es durch die Ausbaggerung des Ufers vernichtet wurde! Offensichtlich nur kurzzeitig existierende, wahrscheinlich aus von den Nachbarländern angeschwemmten Samen entstandene Pflanzenbestände gab es hier und da in Südfinnland. In Europa ist die Art recht üblich und weit verbreitet, sodass der Fund eines neuen Vorkommens an den finnischen Ufern an einem bisher unbekannten Ort nicht sehr erstaunlich wäre. Die dicken Riefen der Früchte des Großen Merks fungieren als Schwimmer und die Pflanzensamen können mit den Strömungen an neue Ufer getragen werden. Zusätzlich breitet sich die Pflanze während der Frühjahrsfluten über abgerissene Triebe aus, die Fernausbreitung scheint jedoch nicht sehr wirkungsvoll zu sein. Der Mensch hat den Großen Merk schwerlich mit Absicht verbreitet: Besonders der Wurzelstock der Art ist giftig und auch der Trieb schmeckt scharf brennend – die nahe Verwandte dagegen, die Zuckerwurz (Sium sisarum) wurde manchmal zur Zuckerherstellung angebaut.

Der Große Merk ist recht einfach als Doldenblütler zu erkennen, sodass man sich die im Röhricht wachsenden Stängelpflanzen zumindest im südlichen Finnland genau anschauen sollte. Die sich im Frühsommer entwickelnden Wasserblätter sind, wie bei Wasserpflanzen typisch, schmal eingeschnitten wie die Kiemen von Fischen. Im Hochsommer sind die Luftblätter von typischem Aussehen, wie die Blätter der Vogelbeere. Die einzelnen Blüten des Großen Merks sind sehr unscheinbar, aber der Blütenstand als Ganzes ist prächtig und lockt als Bestäuber Käfer, Fliegen, Hautflügler und Schnabelkerfe an.

Andere Arten derselben Familie

Follow us!



Arten bestimmen!

Sivun alkuun / Top of the page