© Copyright: Bilder: Jouko Lehmuskallio.
All rights reserved.

Grünliche Waldhyazinthe

Platanthera chlorantha

  • Familie: Orchideengewächse – Orchidaceae
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze. Wurzelknollen unverzweigt.
  • Höhe: 25–60 cm.
  • Blüte: Blütenhülle zweiseitig symmetrisch, gelbgrünlich, ca. 1–2 cm breit. Sechs Blütenblätter in zwei Wirteln, von denen das oberste der Außenhülle helmförmig ist, eines der Innenhüllenblätter ist als Lippe ausgebildet. Lippe am unteren Teil der Blütenhülle, mit Sporn, 10–16 mm lang, fast linealisch, schmal, gelbgrünlich. Sporn 18–27 mm lang, zur Spitze hin dicker werdend, eher stumpf. Androeceum und Gynoeceum zur Säule miteinander verwachsen, ein Staubblatt, Staubbeutelfächer weit voneinander entfernt, zwei Narben. Blütenstand schmal kegelförmige Ähre. Blüte mit schwachem Duft oder geruchlos.
  • Blätter: 2 grundständige Blätter, beinahe gegenständig, gestielt. Blattspreite lanzettlich – verkehrt eiförmig, ganzrandig, kahl. Weiter oben am Stängel wechselständig 1–3 kleine, fast linealische Hochblätter.
  • Frucht: Aufrechte, fast am Stängel anliegende Kapsel.
  • Standort: Laubwälder, Wiesen in Laubwäldern, Viehweiden.
  • Blütezeit: Juni–Juli.

Außer auf Åland ist die Grünliche Waldhyazinthe in ganz Finnland geschützt.

Die Grünliche Waldhyazinthe und die Zweiblättrige Waldhyazinthe (P. bifolia) sind sehr eng verwandte Arten, die nicht immer leicht zu unterscheiden sind. Unterschiede gibt es jedoch, so in der Größe, dem Standort und auch der Blütezeit. Die deutlichsten Erkennungsmerkmale befinden sich jedoch an der Blüte. Die Blüten der Zweiblättrigen Waldhyazinthe sind weiß, die der Grünlichen Waldhyazinthe sind hell gelbgrün – der schwedische Name der Art, „grünweißes Nachtveilchen“, ist hinsichtlich der Farbe noch deutlicher. Die Grünliche Waldhyazinthe wächst in Finnland ausschließlich im schwedischsprachigen Gebiet auf Åland und an der Südwestküste, die weniger anspruchsvolle Zweiblättrige Waldhyazinthe kommt in Binnenfinnland auch recht nördlich vor.

Die Zweiblättrige Waldhyazinthe ist allgemein bekannt als Duftpflanze der Sommernächte. Die Blüten der Grünlichen Waldhyazinthe werden ihrerseits oft als geruchlos bezeichnet, es gibt jedoch Menschen, die an ihnen einen deutlichen, wenn auch schwachen Geruch wahrnehmen. Der Unterschiede besteht nicht in der Menge der Duftstoffe, sondern in der Art. Der angenehme, berauschende Duft der Zweiblättrigen Waldhyazinthe besteht hauptsächlich aus aromatischen Estern, in den Blüten der Grünlichen Waldhyazinthe befinden sich zum Großteil hochmolekulare Verbindungen, die zu den Alkoholen gehören. Die aromatischen Ester locken vor allem Schwärmer an, während die Alkohole dem Geschmack der Eulenfalter entsprechen. Auch der Bau der Blüte ist auf bestimmte Bestäuber maßgeschneidert: Die bei der Zweiblättrigen Waldhyazinthe fast zusammen stehenden Blütenstaubfächer zwängen sich eng an die Basis des Saugrüssels der Schwärmer, die Staubbeutelfächer der Grünlichen Waldhyazinthe dagegen berühren die Augen der Eulenfalter und die Entfernung der Fächer voneinander entspricht ungefähr gerade dem Augenabstand der wichtigsten Bestäuber. Damit die Klemmkörper auch sicher ihr Objekt treffen, muss die Grünliche Waldhyazinthe sicherstellen, dass das Insekt seinen Kopf bis ganz an die Blüte heran schieben muss und so ist der Nektarsporn etwas länger als der Saugrüssel des Schmetterlings. Ungeachtet aller Vorkehrungen besuchen dieselben Insekten manchmal die Blüten beider Arten an Stellen, wo diese gemeinsam wachsen. Kreuzungen entstehen ab und an, sie sind jedoch sehr selten. Und wie zu erwarten, sind ihre Erkennungsmerkmale ungefähr die Zwischenform zwischen den Stammarten.

Andere Arten derselben Gattung
Andere Arten derselben Familie

Follow us!



Arten bestimmen!

Sivun alkuun / Top of the page