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Habichtsbitterkraut

Picris hieracioides

  • Familie: Korbblütengewächse – Cichoriaceae (Compositae)
  • Wuchsform: Zweijährig oder manchmal kurzlebig mehrjährig.
  • Höhe: 50–80 cm. Stängel an der Spitze reich verzweigt, grob behaart, blaugrau, manchmal purpurgestreift.
  • Blüte: Die Blüten bilden von den Deckblättern geschützte blütenartige, 2,5–3 cm breite Körbchen. Blüten der Körbchen goldgelb (äußerste an der Außenseite oft rotgestreift), zungenförmig, an der Spitze fünfzähnig. 5 Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, ein Griffel, zwei Narben. Eine Reihe Deckblätter, unterschiedlich groß, herausstehend, schmal lanzettlich, steif aufrecht behaart. Innere Deckblätter schmal, fast nach außen zeigend. Körbchen als doldentraubenartige Gruppe.
  • Blätter: Wechselständig, untere gestielt, obere stängelumfassend. Blattspreite lanzettlich-länglich, ganzrandig – gezähnt – gebuchtet, welliger Rand.
  • Frucht: Nuss, an der Spitze mit gefiederten Härchen.
  • Standort: Heiden am Wegrand, Halden, Brachfelder, Gebüsche, Parkanlagen, auch Bahnstrecken, Häfen, Brachland.
  • Blütezeit: Juli–August.

Der Name des Habichtsbitterkrauts weist bereits auf einige brauchbare Erkennungsmerkmale der Pflanze hin. Zum einen ähnelt es auf den ersten Blick verschiedenen Habichtskräutern (Hieracium), worauf auch der wissenschaftliche Artenname hieracioides, „habichtskrautartig“ hinweist. Bei den Habichtskräutern werden die Körbchen durch unterschiedlich lange Deckblätter in sich einander überdeckenden Reihen geschützt, beim Bitterkraut gibt es nur eine Reihe eigentlicher Deckblätter, unter der eine gemischte Reihe kürzerer innerer Deckblätter hervorschaut. Der hintere Teil des Namens weist beim Habichtsbitterkraut auf den ausgesprochen bitteren Geschmack der Wurzel hin und ist eine direkte Übersetzung des Gattungsnamens Picris, was seinerseits von dem griechischen Wort pikros, „bitter“, kommt. Die Erkennungszeichen des Habichtsbitterkrauts sind hiermit aber noch nicht erschöpft. Ein ganz einzigartiger Charakterzug in der Schar der finnischen Korbblütler sind die am Stängel sich rau anfühlenden Härchen, von denen der größte Teil an der Spitze zwei Häkchen hat, wie ein Minianker. Dass die obersten Laubblätter stängelumfassend sind, ist auch ein gutes Merkmal.

Das Habichtsbitterkraut ist geradezu ein Paradebeispiel für eine Pflanze, die stark vom Brandrodungsfeldbau profitiert hat. Auf den in Ostfinnland über lange Zeit und intensiv im Brandrodungsfeldbau bebauten Flächen ist das Habichtsbitterkraut eine seit Vorzeiten eingeschleppte Pflanze. Es hat sein Verbreitungsgebiet zumindest teilweise über den Brandrodungsfeldbau nach Westen ausgebreitet, wird aber mit zunehmender Entfernung vom Kerngebiet stark seltener. Die westlichsten etablierten Vorkommen bestehen in der Gegend von Lohja-Vihti und bei Vammala. An der Küste des Bottnischen Meerbusens gibt es vereinzelte Bestände. Das Habichtsbitterkraut ist in den letzten Jahrzehnten auch an vielen etablierten Standorten seltener geworden, obwohl es noch nicht bedroht ist. Wenn die Rodungsfelder zuwachsen, geht die Ära des Habichtsbitterkrauts jedoch ihrem Ende zu. Es kann im Gebüsch und auch noch im Schatten junger Wälder überdauern, aber nur als bloße kümmerliche Grundrosette, die weder zu blühen noch Samen zu produzieren vermag. Die letzten Zufluchtstätten des Habichtsbitterkrauts sind lichte Wegränder und Böschungen.

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