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Hainwachtelweizen

Melampyrum nemorosum

  • Familie: Sommerwurzgewächse – Orobanchaceae
    (früher Braunwurzgewächse – Scrophulariaceae)
  • Wuchsform: Einjährige krautige Pflanze. Halbschmarotzer.
  • Höhe: 20–40 cm. Stängel reich verzweigt, fein behaart.
  • Blüte: Zweiseitig symmetrisch. Blumenkrone leuchtend gelb, verwachsenblättrig, röhrenförmig, zweilippig, 15–20 mm lang. Röhre der Blumenkrone für gewöhnlich gekrümmt. Oberlippe kapuzenförmig, an den Seiten flach; Unterlippe dreiteilig. Kelch verwachsenblättrig, glockenartig, wollig behaart, vierteilig, Lappen ca. 2,5 mm lang, schmal dreieckig, auseinanderstehend, gerade. 4 Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, ein Griffel, zwei Narben. Untere Blütenpaare getrennt in den Achseln der Deckblätter, obere als halbseitige Rispe.
  • Blätter: Gegenständig, kurzstielig. Blattspreite lanzettlich-eiförmig, obere Blätter am Grund zähnig-eingeschnitten. Die Deckblätter der oberen Blüten für gewöhnlich blaurot, manchmal gelbweiß.
  • Frucht: Längliche Kapsel.
  • Standort: Junge Wälder, Laubwälder, Gebüsche, abschüssige Wiesen. Auch Zierpflanze.
  • Blütezeit: Juni–Juli.

Der Hainwachtelweizen ist leicht zu bestimmen: Die Farben seiner gelben Blüten und blauroten Hochblätter erinnern zusammen an die schwedische Fahne. So kennt man ihn in Finnland stellenweise an der Küstenregion auch unter dem Namen „Schwedische Flagge“. Den Gegensatz in der Färbung der Hochblätter und der Blüten betont der andere schwedische Name „Tag und Nacht“. Viele der gegenwärtigen Bestände des schönen Hainwachtelweizens stammen aus Umpflanzungen in Gärten.

In der Natur ist der Hainwachtelweizen eine Art der Laubwälder und von abschüssigen Wiesen. In Finnland kommt er einerseits im Osten in der Gegend von Savonlinna-Parikkala vor, andererseits im Südwesten auf Åland und in der Region des westlichen Finnischen Meerbusens. Dort kann man zusammen mit dem Hainwachtelweizen an denselben Standorten den etwas dem Hainwachtelweizen ähnelnden, seltenen Kammwachtelweizen (M. cristatum) und den noch selteneren Ackerwachtelweizen (M. arvense) finden. Von ihnen ist der Erstere bedroht und Letzterer geschützt.

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