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Heilwurz

Seseli libanotis

  • Familie: Doldengewächse – Apiaceae (Umbelliferae)
  • Wuchsform: Zwei- oder mehrjährige krautige Pflanze. Wurzelstock weiß, dick.
  • Höhe: 40–120 cm. Stängel verzweigt, stark gerieft, am Oberteil und den Knoten behaart, kompakt, am Grund Überreste alter Blätter.
  • Blüte: Blumenkrone strahlig (oder leicht zweiseitig symmetrisch), weiß (manchmal etwas rötlich), weniger als 5 mm breit, an der Außenseite behaart; 5 Blütenblätter, an der Spitze eingekerbt, Spitze nach innen gedreht. Fünf Kelchblätter, früh abfallend. 5 Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, zwei Griffel, zwei Narben. Blütenstand Doppeldolde, 30–40 Dolden zweiter Ordnung. Hauptdolde und Dolden zweiter Ordnung mit Hüllblättern, Hüllblätter schmal, behaart.
  • Blätter: Wechselständig, untere gestielt, obere sitzend, Blattgrund scheidenartig. Blattspreite länglich – dreieckig, einfach oder doppelt unpaarig gefiedert. Fiederblättchen fein gefiedert, zottig behaart, auf der Unterseite blaugrünlich.
  • Frucht: Breit schiffchenförmige-eiförmige, eher flache, zweiteilige, dick geriefte, gewöhnlich fein behaarte, braune, 2,5–4 mm lange Spaltfrucht.
  • Standort: Trockenwiesen, trockene Wiesenhänge, Wegränder.
  • Blütezeit: Juli–August.

Das Wesen der Heilwurz verfügt über dieselbe Würde wie der König des Waldes, dem sie gewidmet ist. Irgendeine beliebige Waldpflanze ist sie allerdings nicht, sondern bevorzugt trockene Standorte, oft vom Menschen geschaffene oder bearbeitete Pflanzengesellschaften. Meist sieht man sie an alten Wiesenhängen, auf Weiden und an Wegrändern, außerdem wurde festgestellt, dass die Art oft in der Nähe von Hügelgräbern aus der Wikingerzeit auftritt. Die Heilwurz mag eine alte Heilpflanze sein, wenn auch von ihrem Einsatz keinerlei Informationen erhalten geblieben sind. Die Heilwurz ist eine Art des südlichen trockenen und kontinentalen Klimas, ihr Vorkommen in Finnland ist allerdings vor allem auf den von der Art benötigten kalkhaltigen Boden beschränkt. Die Heilwurz wächst in Finnland nur auf der Hauptinsel von Åland, in den südwestlichen Schären und in Binnenfinnland in der Gegend von Turku. Auf der karelischen Landenge wurden einige Funde gemacht, sodass man der Art auch in Ostfinnland begegnen kann. Die Heilwurz hat in Finnland beispielsweise unter der Bebauung gelitten und viele ihrer Vorkommen sind ganz verschwunden.

Die Heilwurz sammelt gewöhnlich ein Jahr lang Kraft, bevor sie im zweiten Lebensjahr blüht und abstirbt. Unter schlechten Bedingungen kann die Vorbereitung auf die Blüte länger dauern und die Pflanze kann dann mehrjährig sein. Der sich im Spätsommer entwickelnde Blütenstand ist stattlich: Bis zu 60 Dolden zweiter Ordnung und in diesen wachsen manchmal noch weitere Dolden! Die Heilwurz bleibt wie die meisten ihrer Verwandten nach dem Absterben als Wintersteher aufrecht stehen, was für ihre Früchte bessere Voraussetzungen, mit dem Wind verbreitet zu werden, bringt. Die tiefen Riefen am Stängel, die haarartigen Blattüberreste am Grund und die sehr dichten, behaarten Dolden sind die besten Erkennungsmerkmale der Heilwurz. Ohne Blüten kann die etwas dem Wiesenkerbel ähnelnde Art aber trotzdem leicht übersehen werden.

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