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Helmknabenkraut

Orchis militaris

  • Familie: Orchideengewächse – Orchidaceae
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze. Wurzelknollen klein, eiförmig.
  • Höhe: 25–30 cm. Stängel für gewöhnlich grün, manchmal am Oberteil rötlich.
  • Blüte: Blütenhülle zweiseitig symmetrisch, Außenseite hellrot, Innenseite dunkelrot, ca. 1,5 cm breit. Sechs Blütenblätter in zwei Wirteln, von denen eines als Lippe ausgebildet ist, auf der sich die oberen Blütenblätter helmartig befinden. Lippe am unteren Teil der Blütenhülle, mit Sporn, in der Mitte heller und purpurgefleckt, 10-14 mm lang, eher schmal, dreiteilig, zu einer etwas an einen Menschen erinnernden Gestalt eingeschnitten. Sporn kurz, walzenförmig. Androeceum und Gynoeceum zur Säule miteinander verwachsen, ein Staubblatt, zwei Narben. Blütenstand recht dichte, breit-längliche – kegelförmige Ähre. Blüten riechen nach Kumarin. Deckblätter des Blütenstands hautartig.
  • Blätter: Wechselständig, fast rosettenartig am Stängelgrund, sitzend, 2–5 Stück. Blattspreite ganzrandig, parallelnervig, dick, glänzend, hellgrün, ungefleckt. Den sich entwickelnden Blütenstand schützen die scheidenartigen Hochblätter.
  • Frucht: Kapsel, Samen fein wie Staub.
  • Standort: Wegränder, Waldränder, Waldlichtungen und Kalkgruben, manchmal Brachland.
  • Blütezeit: Juni.

Das Helmknabenkraut ist im ganzen Land geschützt.

Der recht militärische wissenschaftliche Name des Helmknabenkrauts stammt von seinen Blüten, in denen der Namensgeber einen behelmten Soldaten erkannt hat: Fünf über die Säule gebogene Blütenblätter bilden quasi einen großen Helm, die Säule das Gesicht und in der eingeschnittenen Lippe kann man die Form eines menschlichen Körpers mit Händen und Füßen erkennen. Das Helmknabenkraut ist während der Blüte eine der prächtigsten finnischen Arten seiner Gattung und an sehr sichtbaren Stellen wachsend oft auffallend. Der erste Fund des Helmknabenkrauts in Finnland im Sommer 1983 war eine rechte botanische Sensation. Im Nachhinein fand man in den Sammlungen des Botanischen Museums ein bereits im Jahr 1867 in Ruotsinpyhdäs gesammeltes, fälschlicherweise als Stattliches Knabenkraut (O. mascula) klassifiziertes Exemplar. Auch Elias Lönnrot erwähnte bereits im Jahre 1860 in seinem Pflanzenbuch, dass das Helmknabenkraut auf Åland vorkäme, später aber hielten die Fachleute diese Information für so zweifelhaft, dass die Erwähnung der Art in der späteren Literatur gestrichen wurde.

Die Knabenkräuter sind sehr mobile Pflanzen, die unerwarteterweise an neuen Stellen auftauchen können. Sie bringen unermessliche Mengen an winzigen Samen hervor, der mit den Luftströmungen über Hunderte, sogar Tausende von Kilometern schweben kann. Neue Helmknabenkrautfunde sind später mancherorts bekannt geworden, immer an stark anthropogen beeinflussten kalkhaltigen Stellen wie Fabrikgelände, Wegränder und Übungsgelände der Armee. Die meisten davon sind vereinzelte Vorkommen einer oder mehrerer Pflanzen, die noch nicht ausreichen, um die Art in der finnischen Natur zu etablieren. Indigene, für das Helmknabenkraut geeignete offene und kalkhaltige Standorte gibt es in Finnland nicht, aber die Art könnte sich etwa in der Umgebung einer Kalkgrube ansiedeln und die erste echt finnische Helmknabenkrautpopulation bilden.

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