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Hohes Fingerkraut

Potentilla recta

  • Familie: Rosengewächse – Rosaceae
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze.
  • Höhe: 30–60 cm. Stängel aufrecht, kräftig, am Oberteil verzweigt, dicht behaart, am Oberteil auch drüsig behaart.
  • Blüte: Blumenkrone strahlig, gelb – fast weiß, ca. 1,5–2,5 cm breit; 5 Blütenblätter, gewöhnlich an der Spitze schwach eingekerbt, 6–12 mm lang, etwas länger als der Kelch. Kelch 5-teilig, mit Außenkelch. 30 Staubblätter. Gynoeceum mit getrennten Blättern, viele Fruchtblätter. Blütenstand Doldentraube mit vielen Blüten.
  • Blätter: Wechselständig, grundständige Blätter langstielig, Laubblätter kurzstielig-sitzend, mit Nebenblättern. Blattspreite gefingert, unterste Blätter 5–7-fiedrig, oberste dreifiedrig. Fiederblättchen lanzettlich – fast linealisch, bis zum Grund gezähnt, an den Rändern und von unten wenig behaart, grün. Nebenblätter ungeteilt–geteilt. Keine Grundrosetten ohne Blüten.
  • Frucht: Rundliche, hellbraune, glatte, matte Nuss, mehrere davon zusammen.
  • Standort: Felder, Trockenwiesen, Wegränder, Straßenränder, Brachland, Häfen, Holzabladeflächen.
  • Blütezeit: Juni–August.

Der finnische Pflanzenbestand ist nicht beständig und andauernd, sondern im Gegenteil ständig in Bewegung. Während der 10 000 Jahre seit der letzten Eiszeit hat sich die finnische Vegetation von einer steppenartigen Tundravegetation über die laubwaldbeherrschten Wälder der Warmzeit bis zur heutigen, von Nadelwäldern und Mooren beherrschten Landschaft entwickelt. Die schnellsten und abruptesten Änderungen erfolgten jedoch im letzten Jahrhundert durch den menschlichen Einfluss.

Der Mensch hat mit seinen Tätigkeiten viele Wildpflanzen an den Abgrund gedrängt, andererseits kommen im Gefolge des Menschen ständig neue Pflanzen auch nach Finnland. Manche von ihnen können sich hier etablieren, meistens allerdings nur an vom Menschen bearbeiteten Stellen. Der Neophyt ist im Pflanzenbestand Finnlands keine Ausnahme: Von den etwa 1400 etablierten Gefäßpflanzen ist etwa die Hälfte mit dem Menschen gekommen, viele allerdings schon vor Hunderten oder Tausenden von Jahren.

Das Hohe Fingerkraut war bis Ende der 1940er Jahre in der finnischen Natur eine sehr seltene vereinzelte Pflanze, seitdem aber hat es sich aus dem einen oder anderen Grund innerhalb kurzer Zeit ausgebreitet. Die nördlichsten Funde kommen aus der Gegend von Kuopio, aber die Beobachtungen haben ihren Schwerpunkt im Südwestteil Finnlands. Zusätzlich hat das Hohe Fingerkraut stellenweise deutliche Kennzeichen für eine Etablierung gezeigt, indem es über mehrere Jahre an demselben Ort überdauerte. Teilweise ist das schnelle Ansteigen der Funde des Hohen Fingerkrauts wohl durch die Intensivierung der botanischen Forschung zu erklären, aber im Gesamten gesehen ist das Phänomen schwer zu erklären. Die Art mag als Verunreinigung von Saatgut an ihre Standorte in Finnland gekommen sein, vor allem mit Kleesamen. Das finnische Hohe Fingerkraut ist vor allem aus Mitteleuropa, teils auch aus Russland hierher gekommen. Das Hohe Fingerkraut ist eine wahrlich aufsehenerregende Pflanze: Der kräftige Stängel kann fast einen Meter hoch sein und die Blüten gehören zu den größten unter den Fingerkräutern. Kein Wunder, dass die Art auch als Zierpflanze angepflanzt wurde.

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