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Hornemanns Weidenröschen

Epilobium hornemannii

  • Familie: Nachtkerzengewächse – Onagraceae
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze. Ausläufer dünn, ca. 1 cm lang, weiß, an der Spitze geschwollene Überwinterungsknospen.
  • Höhe: 10–35 cm. Stängel unverzweigt, am Grund kahl, weiter oben in Streifen gebogene Härchen, kurze Knotenabstände.
  • Blüte: Blumenkrone strahlig, eher hell purpurrot, 5–8 mm lang; 4 Blütenblätter, an der Spitze eingekerbt. Vier Kelchblätter. 8 Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, ein Griffel, eine Narbe, Narbe keulenförmig; Fruchtknoten unter der Blütenhülle, drüsig behaart, keine gebogenen Härchen. Blütenstand Traube.
  • Blätter: Gegenständig (in den Blütenständen wechselständig), kurzstielig. Blattspreite eiförmig-länglich, locker fein gezähnt, kahl, dunkelgrün-bräunlichgrün.
  • Frucht: Röhrenförmige, 4-teilige, 3–5 cm lange Kapsel.
  • Standort: Quellfluren, Bachläufe, Gräben, Wasserablaufflächen, Senken, Fjällbirkenwälder, Hochstaudenfluren, baumlose Fjällanhöhen.
  • Blütezeit: Juli–August.

Hornemanns Weidenröschen gehört zum festen Artenbestand auf kalten Quellfluren und an Bachläufen in Nordfinnland und ist von den nördlichen finnischen Weidenröschenarten eindeutig die am weitesten verbreitete. Auf den Fjälls sieht es ein wenig von seinen Anforderungen ab und wächst beispielsweise an Stellen, an denen der Schnee liegen bleibt, in feuchten Senken und auf Geröll. Von ihren ursprünglichen Standorten zieht die Art unnachgiebig auch mit dem Menschen zusammen an feuchte Wegränder und sogar Straßenränder. Hornemanns Weidenröschen ist hinsichtlich der Nährstoffe am Standort nicht sehr anspruchsvoll, was eine große Palette an Standorten und eine weite Verbreitung gewährleistet. Die südlichsten Vorkommen der Art liegen in Mittel-Ostbottnien und Nord-Savo, aber ihr eigentliches Reich beginnt erst in den Nordteilen von Kainuu und in Nord-Ostbottnien.

Hornemanns Weidenröschen ähnelt stark dem weißblütigen und etwas schmaler blättrigen Milchweißblühenden Weidenröschen (E. lactiflorum). Noch wahrscheinlicher kann man es mit dem nah verwandten Mierenblättrigen Weidenröschen (E. alsinifolium) verwechseln, das diesem stark ähnelt. Hornemanns Weidenröschen blüht ein paar Wochen früher als das Mierenblättrige Weidenröschen und ist für gewöhnlich auch deutlich zahlreicher. Das Mierenblättrige Weidenröschen bildet fast immer reinwüchsige Pflanzenbestände auf nachgebenden Mooshöckern, während Hornemanns Weidenröschen in geringer Bestandsgröße an der Grenze von Sumpfböden und dichterem Torf wächst. In der Wuchsart gibt es einen deutlichen Unterschied: Die Ausläufer von Hornemanns Weidenröschen sind kurz und die Pflanzenbestände dicht, beim Mierenblättrigen Weidenröschen sind die Ausläufer dagegen lang und die Pflanzenbestände entsprechend dünner. Zusätzlich sind die fast sitzenden Blätter des Mierenblättrigen Weidenröschens regelmäßiger eiförmig, dicker und dunkler grün, die Blüten sind weniger groß und auch bei den Samen finden sich Unterschiede. Von den anderen im nördlichen Finnland wachsenden Weidenröschenarten unterscheidet man Hornemanns Weidenröschen aufgrund der Blätter: Bei den nördlichen Weidenröschenarten E. davuricum und E. laestadii sowie beim in ganz Finnland verbreiteten Sumpfweidenröschen (E. palustre) sind die Blätter schmal und fast ganzrandig. Gewöhnlich sind die Blätter des kleinwüchsigen und an der Spitze nickenden Gauchheilblättrigen Weidenröschen (E. anagallidifolium) gleichartig wie bei Hornemanns Weidenröschen, aber man unterscheidet es anhand der von Blättern umhüllten oberirdischen Ausläufer.

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