Mentha x piperita Mentha spicata Mentha longifolia Mentha suaveolens

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Ingwerminze

Mentha x gracilis

  • Familie: Lippenblütengewächse – Lamiaceae (Labiatae)
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze. Wurzelstock sich windend, dicklich, mit kurzen Ausläufern.
  • Höhe: 30–70 cm. Stängel eher aufrecht, verzweigt, vierkantig, wenig behaart, glänzend, dunkelrötlich.
  • Blüte: Blumenkrone leicht zweiseitig symmetrisch, rötlich, ca. 5 mm lang, verwachsenblättrig, vierteilig, kahl. Der oberste Lappen ist breiter als die anderen, an der Spitze eingekerbt. Kelch strahlig, fünfteilig, ohne Rillen, deutlich fünfnervig, oft reichlich behaart. Lappen schmal dreieckig. Staubblätter fehlen für gewöhnlich oder manchmal gibt es deren vier, die immer kürzer als die Blumenkrone sind. Gynoeceum fehlt oft, verwachsenblättrig, ein Griffel, zwei Narben, Griffel aus der Blumenkrone herauskommend. Blütenstand aus einzelnen dichten, vielblütigen achselständigen Wirteln gebildete Gruppe am Zweigende, an der Zweigspitze kleine Rosette.
  • Blätter: Gegenständig, kurzstielig. Blattspreite eher länglich, am Grund rund, spitz zulaufend, behaart, spärlich spitz- und auseinander stehend gezähnt.
  • Frucht: Bleibt unentwickelt oder selten einzelne vierteilige Spaltfrüchte.
  • Standort: Gärten, Kartoffeläcker, Wegränder, Straßenränder, Brachland, an Hauswänden, Höfe. Gewürzpflanze, manchmal ausgewildert.
  • Blütezeit: August–September.

Die Ingwerminzen wachsen typischerweise im Umkreis alter Ansiedlungen. Man braucht nicht die Geduld zu verlieren, wenn die an der Hauswand gefundene Pflanze mithilfe eines Bestimmungsschemas oder auch eines Botanikers nicht sofort zu Ihrem Namen kommt, denn die Ingwerminzen sind eine sehr schwierig zu bestimmende Pflanzengruppe. Ingwerminze ist der Name für die Kreuzung aus Ackerminze (M. arvensis) und Krauser Minze (M. spicata). Beide Stammarten sind für ihren Formenreichtum bekannt, sodass es eine ganze Schar verschiedener Kreuzungen gibt. Für gewöhnlich sind die Ingwerminzen steril, sie vermehren sich jedoch eifrig vegetativ über Ausläufer. Der Pflanzenbestand bleibt oft auch sich selber überlassen beharrlich von Jahr zu Jahr an seinen alten Standorten bestehen. Sowohl eigens angepflanzt als auch über Gartensträucher und –stauden im Wurzelballen verschleppt breitete sich die Pflanze weithin aus. Ein und dasselbe identifizierbare Exemplar, ein Klon, kann letztendlich über recht große Flächen verbreitet sein. In Finnland trifft man drei Kreuzungsformen der Ingwerminze: Die Unterarten ssp. arrhenii, ssp. hirtella und die Ingwerminze. Die Grenzziehung in Finnland im Jahre 1743 zwischen Schweden und Russland zeigt sich noch immer in der Verbreitung der Ingwerminzen: Einige von ihnen trifft man nur innerhalb der damaligen schwedischen Grenzen an und andere nur auf dem Gebiet des damaligen Russlands.

Die Minzen sind sehr vielseitig verwendbare Nutzpflanzen. Die Verwendung als Gewürz, Riechstoff und Tee ist allen bekannt, aber die Minzen wurden erfolgreich auch als Heilmittel und Medizin eingesetzt, sogar als Insektengift. In großen Dosen sind die Wirkstoffe der Minzen, Menthol und Carvon, nicht immer ungefährlich, aber bei normalem Gebrauch besteht keine Vergiftungsgefahr. Die bekannteste Mentholquelle ist wohl die aus Kaugummis, Zigaretten und Aufgüssen bekannte Pfefferminze (Mentha × piperita). Zusätzlich wird in Finnland beispielsweise in Soßen, Gelees und Salaten die Krause Minze (Mentha spicata) verwendet, sowie die für Speisen geeignete Rossminze (Mentha longifolia) und als Gewürz die Rundblättrige Minze (Mentha suaveolens).

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