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Japanische Pestwurz

Petasites japonicus ssp. giganteus

  • Familie: Asterngewächse – Asteraceae (Compositae)
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze. Der Blütenschaft entwickelt sich im Frühjahr vor den Blättern. Mit Wurzelstock.
  • Höhe: 10–50 cm (Blütenschaft). Stängel gelb-braun, oft vom Grund an bräunlich behaart.
  • Blüte: Pflanze zweihäusig (Stempel- und Staubblüten auf getrennten Exemplaren), in Finnland nur männliche Pflanzen. Die Blüten bilden von den Deckblättern geschützte blütenartige Körbchen. Randblümchen am Körbchen fehlen; Scheibenblüten gelblich, röhrenförmig. 5 Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, ein Griffel, zwei Narben. Außenkelch 8–10 mm lang, Deckblätter gelbgrün oder -braun, gewöhnlich ungeteilt, wenig behaart. Gewöhnlich 20–35 Körbchen als dichte breite Doldentraube.
  • Blätter: Wechselständig. Blätter des Blütenschafts sitzend, schuppenartig, eiförmig, an der Spitze rund, hellgrün. Eigentliche Blätter langstielig, Blattspreite nierenförmig, bis zu 80 cm breit, unregelmäßig gezähnt, auf der Unterseite wenig behaart, auf der Oberseite fast kahl, Lappen am Blattgrund an der Spitze rund, zueinander gebogen.
  • Frucht: Nuss, an der Spitze mit unverzweigten oder nur schwach verzweigten kurzen Härchen besetzt. Bildet sich in Finnland nicht aus.
  • Standort: Fruchtbare Uferwälder, Seeufer, Wegränder, Parkanlagen. Zierpflanze, Überbleibsel des Anbaus und Kulturflüchtling.
  • Blütezeit: (April–)Mai.

Die Japanische Pestwurz ist eine zweihäusige Pflanze, d. h. Stempel- und Staubblüten sitzen auf getrennten Exemplaren. In Finnland ist die Art aus Ostasien eingeführt und es wurden lediglich männliche Pflanzen hierher gebracht, sodass sich keine Nüsse bilden, sondern die Pflanze sich über Wurzelstockstückchen an neue Standorte ausbreiten muss. Die Japanische Pestwurz vermehrt sich trotzdem wirkungsvoll vegetativ, und wenn sie erst einmal ansässig geworden ist, breitet sie sich allmählich auf einer immer größeren Fläche aus. Die restliche Vegetation wird von ihren sonnenschirmgroßen Blättern erstickt, die sogar unter den Pestwurzen außergewöhnlich groß sind.

Wie auch der in Finnland einheimische Huflattich blüht sie zeitig im Frühjahr und die Blätter erreichen ihre eigentliche Größe erst spät nach der Blüte. Die Gründe hierfür liegen in der Bestäubungsbiologie: Im Hochsommer gibt es reichlich Blüten und ein Teil des Blütenstaubs würde an falsche Blüten verschwendet. Zusätzlich bilden die Pestwurze große Klone eines einzigen Exemplars, sodass der Bestäuber weite Entfernungen auf sich nehmen muss, damit die Fremdbestäubung funktioniert. Die Japanische Pestwurz versucht diese durch die Blüte zu einer Zeit sicherzustellen, in der möglichst wenig andere Nektarquellen verfügbar sind. Die Pestwurze sind so u. a. für die ersten Tagfalter und Hummeln im Frühjahr wichtige Nektarpflanzen. Die starke vegetative Vermehrung ihrerseits ist mit der Pionierfunktion der Art verbunden. Die Japanische Pestwurz ist in ihrer Heimat eine der ersten, die Flussläufe, aber beispielsweise auch Aschefelder nach Vulkanausbrüchen besiedelt. Zusätzlich zur Japanischen Pestwurz wächst in Finnland als Kulturflüchtling auch die Rote Pestwurz (P. hybridus), deren Blüten rötlich sind, die Blätter sind etwas kantig und die Lappen am Blattgrund berühren sich nicht.

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