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Kanadische Goldrute

Solidago canadensis

  • Familie: Asterngewächse – Asteraceae (Compositae)
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze. Mit Wurzelstock. Bildet zusammenhängende Pflanzenbestände.
  • Höhe: 30–150 cm. Stängeloberteil dicht kurz behaart.
  • Blüte: Die Blüten bilden von den Deckblättern geschützte blütenartige, weniger als 1 cm breite Körbchen. Blüten der Körbchen gelb, Randblümchen zungenförmig; Scheibenblüten röhrenförmig, klein. 5 Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, eine Narbe, zwei Griffel. Außenkelch zylindrisch, 2–3 mm lang, Deckblätter überlappen sich in mehreren Reihen. Die Körbchen bilden eine kegelförmige Traube, die untersten Blütenstandverzweigungen sind gebogen.
  • Blätter: Wechselständig, sitzend, dicht beieinander. Blattspreite schmal lanzettlich, am Grund spitz zulaufend, locker spitzgezähnt – fast ganzrandig, auf der Oberseite fast kahl und glatt, auf der Unterseite kurzbehaart.
  • Frucht: Zylindrische Nuss, an der Spitze mit unverzweigten oder nur schwach verzweigten kurzen Härchen besetzt.
  • Standort: Höfe, Wiesen, Brachland, Gleisböschungen, Wegränder, Ufergebüsche. Auch Zierpflanze.
  • Blütezeit: August–Oktober.
  • Invasivitätsbewertung: Invasive gebietsfremde Art (Neophyt).

In Europa wächst nur eine Vertreterin der Goldruten indigen, die in ganz Finnland verbreitete Echte Goldrute (S. virgaurea). In Nordamerika dagegen wachsen in der Natur über hundert Arten, die ab Beginn des 17. Jahrhunderts als Zierpflanzen über den Atlantik eingeführt wurden. Die in den Nordteilen der USA und in Kanada gedeihenden Goldruten gedeihen im ähnlichen Klima des Nordens hervorragend und haben auch in Finnland auf Anbauflächen, in Schrebergärten und im Hausgarten große Beliebtheit erreicht. Als erste wurde die Kanadische Goldrute, die bereits 1910 in die finnische Natur auswilderte, in den finnischen Staudenbeeten gepflanzt. Heutzutage sieht man sie sich selbst überlassen auf Wiesen und an Wegrändern, besonders im Umkreis alter Anbauflächen. Sie mag als Überbleibsel des Anbaus an einen früher an ihrem Standort gelegenen Hof oder Garten erinnern, aber meistens ist sie doch ihre eigenen Wege gegangen. Wegen ihres Hangs zum Verwildern wurde die Kanadische Goldrute als etwas problematisch eingestuft, als eine die ursprünglich vorkommenden Naturpflanzen bedrohende eingeschleppte Art, deren Anbau man vermeiden sollte.

Wenn man aber die Verbreitung der Kanadischen Goldrute im Zaum hält und sie nicht verwildern lässt, kann man ihre guten Eigenschaften im Garten genießen. Am prächtigsten ist die Art während der Blüte im Spätsommer bis in den Winter hinein: Zu Tausenden sitzen kleine goldgelbe Körbchen an der Pflanze. Der Blütenstand lässt die große und üppig wachsende Pflanze geradezu zierlich erscheinen – einige allerdings finden ihr Aussehen auch unordentlich. Im nördlichen Finnland gelingt es ihr nicht immer, vor Wintereinbruch zur Blüte zu kommen. Die Goldruten gehören zu den Kurztagpflanzen, deren Blüte durch die kürzer werdende Dauer des Tageslichts oder vielmehr durch die länger werdenden Nächte ausgelöst wird. Die Blüten locken Insekten stark an, von denen wohl verschiedene bunte Tagfalter bei den Menschen am beliebtesten sind. Die in den Spätsommer und Herbst fallende Blütezeit ist eine hervorragende Nahrungsquelle für die Insekten, die sich auf das Überwintern vorbereiten. Die Kanadische Goldrute verbreitet sich gut über Samen, sodass man die Stängel nach der Blüte abschneiden sollte. Als Gartenpflanzen werden statt der Kanadischen Goldrute immer häufiger noch prächtigere Goldrutensorten gezogen. Sie wurden durch Kreuzung der Kanadischen Goldrute mit anderen Goldrutenarten erzielt. Von den in die finnische Natur ausgewilderten amerikanischen Goldruten ähnelt die Riesengoldrute (S. gigantea) der Kanadischen Goldrute stark, ist aber noch größer.

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