Centaurium pulchellum & Centaurium littorale Centaurium littorale & Centaurium pulchellum

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Kleines Tausendgüldenkraut

Centaurium pulchellum

  • Familie: Enziangewächse – Gentianaceae
  • Wuchsform: Einjährige krautige Pflanze.
  • Höhe: 3–15 cm. Ein Stängel. Stängel unverzweigt oder am Oberteil reich verzweigt, kahl.
  • Blüte: Blumenkrone strahlig, hellrot, ca. 0,5 cm breit, verwachsenblättrig, fünfteilig, lang- und engröhrig; Schlund nicht bewimpert. Kelch mit fast getrennten Blättern, fünfteilig, deutlich kürzer als die Blumenkrone. Fünf Staubblätter, Staubbeutel ragen aus der Blumenkronenröhre heraus. Gynoeceum verwachsenblättrig, ein Griffel, zwei Narben. Blüten einzeln–paarweise.
  • Blätter: Gegenständig, sitzend, die untersten oft kleiner als die anderen. Ohne Grundrosette. Blattspreite schmal länglich – lanzettlich, spitz zulaufend, ganzrandig, dreinervig.
  • Frucht: Zweiteilige Kapsel.
  • Standort: Schluffige und lehmige Meeresufer, Uferwiesen.
  • Blütezeit: Juli–August.

Manchmal wird das nur einen Zoll große Kleine Tausendgüldenkraut leicht selbst vom aufmerksamen Pflanzenfreund inmitten größerer Pflanzen am Meeresufer übersehen. Auch die großen Exemplare wecken vor der Blütezeit nicht gerade die Aufmerksamkeit. Die Blüten sind wunderbar rosenrot, allerdings klein und nur vom Morgen bis zum späten Mittag geöffnet. An bewölkten Tagen bleiben sie fest geschlossen, die Blumenkronenblätter umeinander herum gewunden. Im Vergleich zu seiner Größe investiert das Kleine Tausendgüldenkraut viel Kraft in die Blüte und die geschlechtliche Vermehrung. Die Samenproduktion ist für Pflanzenarten, deren Lebenszyklus einjährig ist und die unter den wechselhaften Bedingungen am Meeresufer wachsen, eine Notwendigkeit. Nur aus ganz wenigen Samen entwickelt sich ein neues, blühendes Kleines Tausendgüldenkraut und die Bestandsstärke der Art variiert stark von Jahr zu Jahr.

Wie bei den nah verwandten Enzianen enthalten die Zellen der Tausendgüldenkräuter Bitterstoffe, dank derer die Pflanzen dieser Gattung früher als Arzneikräuter verwendet wurden. Der wissenschaftliche Gattungsname der Tausendgüldenkräuter wird traditionell mit den Zentauren der griechischen Mythologie in Verbindung gebracht, mit Fabelwesen, die zur Hälfte Pferd und Mensch waren. Sie wurden für kundig in der Heilkunde gehalten und haben gerade das Tausendgüldenkraut als Heilmittel verwendet. Einer anderen Theorie nach ist der Name von den Worten centum aureum abgeleitet, was „hundert Goldstücke“ bedeutet und auf den Wert des Tausendgüldenkrauts als Heilpflanze hinweist. Auf jeden Fall steht hinter dem Namen der alte Gebrauch als Heilmittel, besonders bei Magen-, Nieren- und Menstruationsbeschwerden sowie bei der Behandlung der Gicht. Auch die finnischen Tausendgüldenkrautarten wurden eingesetzt, obwohl sie klein sind und oft nur spärlich vorkommen, sodass das Sammeln der benötigten Menge eine harte Arbeit war.

Das Kleine Tausendgüldenkraut kommt in Finnland an der Küste bis in die Gegend von Pori, bis zur Mündung des Kokemäenjoki, vor. An denselben Stellen wächst auch das nah verwandte Strandtausendgüldenkraut (C. littorale). Die Größe allein reicht als Bestimmungsmerkmal nicht aus, da das Strandtausendgüldenkraut oft nur etwas größer ist. Das Strandtausendgüldenkraut ist jedoch eine zweijährige Pflanze, die in der ersten Wachstumsperiode eine Grundrosette entwickelt und erst im zweiten Sommer blüht, beim Kleinen Tausendgüldenkraut fehlt die Grundrosette.

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