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Kleines Zweiblatt

Neottia cordata

  • Synonym: Listera cordata
  • Familie: Orchideengewächse – Orchidaceae
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze. Wurzelstock waagrecht.
  • Höhe: 10–20 cm. Stängel unverzweigt.
  • Blüte: Blütenhülle zweiseitig symmetrisch, grünlich-bräunlich-rötlich, ca. 0,5 cm breit. Sechs Blütenblätter in zwei Wirteln, von denen eines als Lippe ausgebildet ist. Lippe am Unterteil der Blütenhülle, ohne Sporn, an der Spitze tief zweiteilig. Androeceum und Gynoeceum zur Säule miteinander verwachsen, ein Staubblatt, zwei Narben. Blütenstand kurze, lockere Traube mit 3–14 Blüten.
  • Blätter: Zwei Blätter gegenständig an der unteren Stängelhälfte, sitzend, stängelumfassend. Blattspreite breit herzförmig, ganzrandig, parallelnervig, auf der Oberseite glänzend, auf der Unterseite graugrün.
  • Frucht: Fast kugelförmige, gelbliche, eher aufrechte Kapsel. Samen fein wie Staub.
  • Standort: Nadelwälder, Bachläufe, vermoorte Stellen, Sumpfränder.
  • Blütezeit: Juni–August.

Das recht übliche, aber kleine und unscheinbar grünliche Kleine Zweiblatt fordert die Beobachtungsgabe des Botanikers aufs Äußerste heraus. Es ist einfacher, die Art zu finden, wenn man weiß, wo man suchen sollte: Die sichersten Stellen in Südfinnland sind mit Heidelbeeren bewachsene, versumpfende Fichtenmoorwälder; die Standorte im Norden sind oft etwas trockener, allerdings für gewöhnlich auch nährstoffreicher. Das Kleine Zweiblatt wächst selten allein, sodass es sich lohnt, die Umgebung zu untersuchen, wenn man ein Exemplar gefunden hat. Diese Art, in Flecken vorzukommen, resultiert aus der vegetativen Vermehrung: Am Ende des dünnen, sich im Moos windenden Ausläufers entwickelt sich ein Spross, aus dem eine neue Pflanze wächst, die wiederum einen neuen Wurzelsprossausläufer macht und so weiter.

Die Blüten des Kleinen Zweiblatts sind – wie seine Bestäuber, die Mücken der Gattung Sciara und Pilzmücken – sehr klein. Die Pilzmücken sammeln Nektar meist als eigene Nahrung und nicht für die Nachkommen. Wo sie beispielsweise den Bienen an Fleiß nachstehen, machen sie dies dennoch in der Menge, Langlebigkeit und in den mit dem Kleinen Zweiblatt gemeinsamen Umgebungsanforderungen gut. Die Blüten des Kleinen Zweiblatts sind von Nahem betrachtet sehr schön braun, grün und dunkelrot getönt; Ihr Duft erinnert, für den Menschen unangenehm, am ehesten an verdorbenes Essen. In der Riefe in der Lippe der Blüte befindet sich im Vergleich zur Pflanzengröße reichlich Nektar. Der Großteil der Blüten entwickelt sich zu Kapseln, wenn auch die Verwandlung auf den ersten Blick schwer zu erkennen sein mag. Auch die gute Samenproduktion hilft dem Kleinen Zweiblatt aber leider nicht, wenn seine Lebensumgebungen verschwinden. Die Art benötigt ein gleichmäßig feuchtes Mikroklima, sodass Kahlschläge und Entwässerungsgräben für sie tödlich sind. Die Art ist auch mit dem Verlust eines Großteils der alten Standorte stark zurückgegangen – zumindest vorläufig. Wie die Orchideen taucht das Kleine Zweiblatt wie aus dem Nichts auf, wenn man nur den Wald ausreichend alt werden lässt.

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