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Kleinfrüchtige Moosbeere

Vaccinium microcarpum

  • Familie: Heidekrautgewächse – Ericaceae
  • Wuchsform: Mehrjähriger Zwergstrauch.
  • Höhe: Etwa 5 cm, sich am Boden windende Triebe 10–30 cm lang. Stängel schlaff, sich windend, fein fadenartig, Endteil kahl – spärlich fein behaart.
  • Blüte: Blumenkrone verwachsenblättrig mit kurzer Kronröhre und flachen Kronblattzipfeln, ca. 4 mm breit, rot-hellrot, sehr tief 4–5-fach eingeschnitten. Lappen nach hinten gewendet. Vier Kelchblätter, kahl. 4 oder 8 Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, eine Narbe. Blüten gewöhnlich einzeln an den Spitzen der Zweigen; Blütenstiele lang, aufrecht, beinahe kahl.
  • Blätter: Wechselständig, kurzstielig, überwinternd. Blattspreite dreieckig eiförmig, schmal, spitz, ledrig, auf der Oberseite dunkelgrün und glänzend, auf der Unterseite hell, Blattrand ungeteilt, zurückgerollt.
  • Frucht: Länglich-kugelförmige, 5–8 mm lange, dunkelrote, saftige, saure, nach dem Frost süßer werdende Beere.
  • Standort: Hochmoore und Kiefernbruchwälder, eher trockene Höckeroberflächen.
  • Blütezeit: Juni–Juli.

Nur wenige wissen, dass auf Finnlands Sümpfen eigentlich zwei Moosbeeren wachsen, die Moosbeere (V. oxycoccos) und die Kleinfrüchtige Moosbeere. Wenn man von Moosbeeren spricht, meint man fast immer die zuerst Genannte, obwohl beide recht verbreitet sind. Nur im nördlichsten Lappland fehlt die Moosbeere und die Kleinfrüchtige Moosbeere darf sich aufspielen. Die Standorte der Kleinfrüchtigen Moosbeere sind auch für gewöhnlich trockener als die der größeren Verwandten: Die Kleinfrüchtige Moosbeere wächst auf Torfmooshöckern und in Kiefernbruchwäldern mit Zwergsträuchern, wo man sogar trockenen Fußes laufen kann; Die Moosbeere bevorzugt nasse und nachgebende Riedgras- und Moosflächen.

Der hauptsächliche Grund für die Unbekanntheit der Kleinfrüchtigen Moosbeere sind wohl ihre kleinen Beeren: Kaum jemand hat Lust, Beeren von der Größe lediglich einer Preiselbeere zu pflücken. Auch sonst ist die Pflanze höchstens nur halb so groß wie die Moosbeere, im Übrigen aber recht gleich aussehend. Ein gutes Erkennungsmerkmal bei beiden Moosbeerenarten sind die Blütenstiele, die bei der Kleinfrüchtigen Moosbeere fast kahl, bei der Moosbeere behaart sind. Die Kleinfrüchtige Moosbeere hat für gewöhnlich nur eine Blüte, die Moosbeere 2–4.

Die finnischen Sümpfe wurden ihrerzeit weit verbreitet trocken gelegt oder zu Waldland umfunktioniert und werden nach wie vom Torfabbau zerstört. Die Standorte der Moosbeeren sind so weit zurückgegangen, dass das finnische Angebot die gestiegene Nachfrage nach den Beeren nicht mehr erfüllen kann. Es werden Moosbeeren importiert, auch die kultivierten nordamerikanischen Arten mit den großen Beeren. In Finnland scheint diese vor dem Wintereinbruch nicht dazu zu kommen, Beeren heranreifen zu lassen, sodass der Anbau einheimischer Arten erforscht wird, wenngleich die Ergebnisse noch auf sich warten lassen.

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