Camelina sativa Camelina sativa Camelina sativa Camelina alyssum

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Kleinfrüchtiger Leindotter

Camelina microcarpa

  • Familie: Kreuzblütengewächse – Brassicaceae (Cruciferae)
  • Wuchsform: Einjährige (manchmal zweijährige) krautige Pflanze.
  • Höhe: 15–40 cm. Stängel stark behaart.
  • Blüte: Blumenkrone strahlig, blassgelb, ca. 0,5 cm breit; vier Blütenblätter, 3,5–4,5 mm lang. Vier Kelchblätter. 6 Staubblätter, von denen 2 kurz und 4 lang. Gynoeceum verwachsenblättrig, ein Griffel, eine Narbe. Blütenstand in der Fruchtphase länger werdende Traube.
  • Blätter: Wechselständig, untere Laubblätter gestielt, obere sitzend, stängelumfassend. Blattspreite am Grund pfeilförmig.
  • Frucht: Birnenförmige, verkehrt eiförmige, nur etwas verdickte, bereits jung hartschalige, 4–6 mm lange Schote mit vielen Samen, an der Spitze ca. 2–3 mm langer Stachel. Stiel der Schote zeigt nach schräg oben.
  • Standort: Schienen, Mühlen, Häfen, Mülldeponien, Brachland, manchmal Zierrasen.
  • Blütezeit: Juni–August.

Die Leindotter wachsen schon seit Langem in Südosteuropa und in Südwestasien auf unberührten Steppen, haben aber erst mit dem Menschen zusammen ihre heutige Verbreitung und ihren Formenreichtum erreicht. Die Leindotter wurden früher im Finnischen als „Leinkümmerlinge“ bezeichnet, was auch die direkte Übersetzung ihres wissenschaftlichen Namens ist: Sie erinnern vom Wuchs und den Blättern her an den Lein, obwohl sie überhaupt nicht mit ihm verwandt sind. Auch der Kleinfrüchtige Leindotter wurde besonders in Russland wegen des aus seinen Samen gepressten Öls angebaut. Das Öl wurde sowohl als Speiseöl als auch für Lampen benutzt. Später nahm der Anbau des Echten Leins mit seinen verschiedenen Formen die Stelle der Leindotter als Kulturpflanzen ein, aber ein Teil von ihnen blieb auf den Leinfeldern, der andere Teil auf anderen Getreidefeldern als Unkraut erhalten. Die Leindotter sind ein hervorragendes Beispiel für eine Pflanze, bei der sich über die natürliche Auslese – unter Einfluss des Menschen – aus einer variablen Stammform eine große Schar neuer Formen entwickelt hat. In Finnland wurden vier Leindotterarten gefunden, die sich jeweils an verschiedene Anbaupflanzen und ihre Verarbeitungsmethoden angepasst haben. Abhängig von der Interpretation wurden sie entweder als verschiedene Arten oder als Unterarten derselben Art angesehen. Neben dem Kleinfrüchtigen Leindotter war in Finnland der Saatleindotter (C. sativa) eine recht verbreitete, allerdings in den letzten Jahrzehnten selten gefundene vereinzelte Pflanze. Der Gezähnte Leindotter (C. alyssum) war ein Unkraut der Leinfelder, das mit dem Verschwinden des Leinanbaus aus dem finnischen Pflanzenbestand verschwand.

Die Änderungen in der Landwirtschaft haben die Leindotter schwer mitgenommen. Die größten Veränderungen in der finnischen Agrargesellschaft waren in den 1950er Jahren die einsetzende Automatisierung, die Entwässerung der Felder im großen Stil ab den 1960er Jahren sowie der gleichzeitig sich verbreitende Einsatz von chemischen Schädlingsbekämpfungsmitteln. Der Unkrautbestand der Felder änderte sich und wurde vor allem kleiner. Die effektive maschinelle Reinigung des Getreidesaatgutes in den Kornlagern war für die im Getreide überwinternden Leindotter der letzte Sargnagel. Am häufigsten stieß man in Finnland auf Leindotter und auch andere besondere Unkräuter im Zusammenhang mit russischem Getreidesaatgut. Heutzutage findet man die Leindotter meistens als seltene vereinzelte Pflanzen an stark befahrenen Holzabladeflächen und Mülldeponien.

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