Chaerophyllum hirsutum Chaerophyllum hirsutum Chaerophyllum hirsutum Chaerophyllum aureum Chaerophyllum aureum Chaerophyllum aureum

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Knolliger Kälberkropf

Chaerophyllum bulbosum

  • Familie: Doldengewächse – Apiaceae (Umbelliferae)
  • Wuchsform: Zweijährige krautige Pflanze. Rundlich kugelförmige, ca. 2 cm breite Wurzelknolle.
  • Höhe: 100–200 cm. Stängel am Oberteil verzweigt, rotbraun getüpfelt, am Unterteil spärlich steif aufrecht behaart, am Oberteil kahl, kompakt, an den Knotenstellen verdickt.
  • Blüte: Blumenkrone strahlig, weiß, weniger als 6 mm breit (Randblümchen leicht zweiseitig symmetrisch und größer als die anderen); 5 Blütenblätter, an der Spitze eingekerbt, Spitze nach innen gedreht. Keine Kelchblätter. 5 Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, zwei Griffel, zwei Narben. Blütenstand ist die Doppeldolde. Hauptdolde ohne Hüllblätter, Hüllchen der Dolden zweiter Ordnung 3–5(–7)-blättrig, Hüllblätter unterschiedlich groß, länglich-schmal, mit langen Spitzen.
  • Blätter: Wechselständig, gestielt, Blattgrund scheidenartig. Blattspreite dreieckig, 3–4-fach unpaarig gefiedert, Fiederblättchen schmal eingeschnitten, Lappen 0,5–1 mm breit.
  • Frucht: Breit schiffchenförmige, zweiteilige, flache und gestutzte, kahle, braune, 4–6 mm lange Spaltfrucht, Griffel nach außen gebogen.
  • Standort: Parkanlagen, Gärten, Wegränder. Überbleibsel des Anbaus.
  • Blütezeit: Juli–August.

Der wissenschaftliche Name der Gattung der Kälberkröpfe ist eine Verbindung aus den griechischen Wörtern charein, „sich freuen“, und fyllos, „Blatt“. Als Grund zur Freude vermutet man die schöne grüne Farbe der Blätter und den angenehmen Duft – einige giftige Arten der Gattung haben allerdings auch berauschende Eigenschaften. Den feinblättrigen Knolligen Kälberkropf kann man auf die Schnelle mit dem Wiesenkerbel (Anthriscus sylvestris) verwechseln, die Blätter des Knolligen Kälberkropfes sind jedoch noch zarter spitzenartig, am Stängelgrund befinden sich lange Härchen und die Knotenstellen sind deutlich verdickt. Gräbt man in der Erde, findet man noch die rund kugelförmige Wurzelknolle.

Bevor Entdeckungsreisende im 16. Jahrhundert die Kartoffel nach Europa brachten, bauten auch die Finnen den Knolligen Kälberkropf wegen der stärkehaltigen Wurzelknolle als Wurzelgemüse an. Die jungen Triebe eignen sich außerdem gut für Salat. Heutzutage ist der Nutzanbau der Art fast ganz in Vergessenheit geraten und der leicht nach Kastanien schmeckende Knollige Kälberkropf ist zu einer seltenen Delikatesse geworden. Der Knollige Kälberkropf wurde wohl erst relativ spät im Anbau eingesetzt, denn aus der Antike liegen keine Informationen über seine Verwendung vor. Oft hat der Mensch die von ihm angebauten Pflanzen mithilfe der Zucht so stark verändert, dass sie sich deutlich von den natürlichen Stammformen unterscheiden und deren Überleben häufig ganz vom Menschen abhängt. Viele Kulturpflanzen kommen inmitten der Vegetation in der Natur nicht mehr zurecht, weil der Mensch sie ertragreicher oder sonst aus seiner Sicht geeigneter gemacht hat: Beispielsweise die Schutzeinrichtungen vieler Pflanzen – Stacheln und Gift – sind im Zuge des Anbaus verschwunden. Beim Knolligen Kälberkropf sind keine Domestizierungszeichen zu erkennen und er scheint auch über die Jahrhunderte keine Schwierigkeiten gehabt zu haben, inmitten der natürlichen Vegetation zu bestehen. Die in der finnischen Natur wachsenden Vorkommen des Knolligen Kälberkropfs könnten gut mit Standorten frühzeitlicher Dörfer in Verbindung stehen, allerdings könnte die Art später auch in Gärten von herrschaftlichen Häusern oder deren Untergebenen angepflanzt worden sein. Die Art wurde ihrerzeit bis in den Norden Finnlands verbreitet, es gelang ihr aber wohl nur im Süden, sich zu etablieren: Ständige Vorkommen des Knolligen Kälberkropfs gibt es in der Gegend um Helsinki, bei Inkoo, Turku und Vammala.

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