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Kriechender Günsel

Ajuga reptans

  • Familie: Lippenblütengewächse – Lamiaceae (Labiatae)
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze.
  • Höhe: 10–35 cm. Stängel aufrecht, vierkantig, an den gegenüberliegenden Seiten behaart. Länge der am Boden anliegenden Ausläufer bis zu 50 cm.
  • Blüte: Zweiseitig symmetrisch. Blumenkrone blau, zweilippig, 14–17 mm lang. Oberlippe kurz, ungeteilt und flach. Unterlippe dreiteilig, Mittelteil an der Spitze eingekerbt. Kelch fünfteilig, fast strahlig. Vier am Oberteil der Röhre der Blumenkrone angewachsene Staubblätter, zwei davon lang, zwei kurz, Staubblätter länger als die Blumenkrone. Das verwachsene Gynoeceum besteht aus zwei Fruchtblättern. Der Fruchtknoten ist oberständig. Blüten in Wirteln in einer langen Traube.
    Blätter: Kreuzweise gegenständig. Blattspreite der Rosettenblätter länglich oder eiförmig, an der Spitze rund, grob- und schwach gekerbt, beinahe kahl, kurzbehaart. Deckblätter des Blütenstands deutlich kleiner als die Rosettenblätter, zur Zweigspitze hin kleiner werdend. Obere Blätter kürzer als die Blüten, oft teilweise blau.
  • Frucht: Aus vier Teilfrüchtchen gebildete Spaltfrucht, Teilfrüchtchen nussartig.
  • Standort: Fruchtbare Gehölze, Ruinen, Höfe, Felder, Heiden und Wegränder, auch Ballastabladestellen.
  • Blütezeit: Mai–Juli.

Die wissenschaftlichen Namen von Pflanzen ändern sich manchmal, wenn die Forschung die Klassifizierung präzisiert, und so ändern sich auch die finnischen Namen aus verschiedenen Gründen. In der Auflistung von Elias Tillandz aus dem Jahre 1683 tauchten die Günsel-Arten unter dem Namen „Weiber-Essen“ auf. Lönnrot änderte dies in die heutige Form „Weiber-Kohl“ um. Möglicherweise aus Marketinggründen begann man später in finnischen Gärtnerkreisen die Bezeichnung „Weiber-Lippe“ zu verwenden – ob dies die Verkaufszahlen steigert, sei dahingestellt. Der Gattungsteil Ajuga des wissenschaftlichen Namens weist auf den Gebrauch als Heilmittel hin. Die oberirdischen Ausläufer des Kriechenden Günsels wurden in gewissem Ausmaße als Medizin verwendet. Eine bedeutende Heilpflanze ist er nicht, aber er verfügt über eine den Organismus stärkende, die Schleimhäute beruhigende und wundheilende Wirkung.

Der Kriechende Günsel sowie besonders seine rot- und buntblättrigen Arten (u. a. Atropurpurea) werden als Zierpflanzen angebaut. Sie gedeihen in Finnland so gut, dass sie aus dem Garten auch in die Natur verwildern oder über Jahrzehnte an Orten ehemaliger Höfe erhalten bleiben können.

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