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Kümmelsilge

Selinum carvifolia

  • Familie: Doldengewächse – Apiaceae (Umbelliferae)
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze.
  • Höhe: 30–80 cm. Stängel kantig, schmal herablaufend, fast kahl, kompakt.
  • Blüte: Blumenkrone strahlig, weiß, 3–4 mm breit; 5 Blütenblätter, an der Spitze eingekerbt, Spitze nach innen gedreht. Keine Kelchblätter. 5 Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, zwei Griffel, zwei Narben. Blütenstand Doppeldolde, 10–20 Dolden zweiter Ordnung. Hauptdolde gewöhnlich ohne Hüllblätter, Hüllchen der Dolden zweiter Ordnung linealisch.
  • Blätter: Wechselständig, gestielt, Blattscheide kurz. Blattspreite eiförmig – schmal dreieckig, doppelt oder dreifach unpaarig gefiedert. Fiederblättchen eingeschnitten, Spitzen weiß, stachelartig.
  • Frucht: Eiförmige, auf der Rückenseite flache, zweiteilige, an den Rändern breitrandige, seitlich schmalrandige Spaltfrucht.
  • Standort: Wiesen am Meeresufer, Waldwiesen, Wegränder, Trockenwiesen.
  • Blütezeit: Juni–Juli.

Der finnische Name der Kümmelsilge verweist auf den schmal herablaufenden kantigen Stängel, der neben den Fiederblättchen mit den weißen Spitzen wohl ihr markantestes Merkmal ist. Der wissenschaftliche Name kommt seinerseits von dem altgriechischen Pflanzennamen „sélinon“, mit dem man in Blütenkränzen verwendete Doldenblütler bezeichnete. Die Einteilung der sich einander stark ähnelnden Doldenblütler in verschiedene Gattungen mag dem Laien willkürlich erscheinen, aber auch der Botaniker hat nicht immer ein sehr klares Bild von den Verwandtschaftsbeziehungen. Die Silgen wurden beispielsweise recht verbreitet der Gattung der Engelwurze (Angelica) zugeteilt. Linné zählte bei der Beschreibung der Gattung der Silgen anfangs den Sumpfhaarstrang (Peucedanum palustre) dazu, der der Silge auch recht stark ähnelt. Es gibt jedoch auch klare Unterschiede: Der Stängel der Kümmelsilge ist prismatisch und zusätzlich sind die Spitzen der Fiederblättchen hell, beim Sumpfhaarstrang dunkel. Die Hüllblätter der Hauptdolde fallen auch früh ab, beim Sumpfhaarstrang bleiben sie für gewöhnlich erhalten. Man kann an diesen beiden seine Bestimmungskünste testen, da sie sogar nebeneinander wachsen können. Die Standortanforderungen der Arten sind nicht sehr unterschiedlich, die Kümmelsilge gedeiht möglicherweise auch an etwas trockeneren Stellen.

Die Kümmelsilge ist in Finnland eine südliche Art. Sie kommt auf Åland und entlang der Küste des Finnischen Meerbusens vor, fehlt jedoch erstaunlicherweise an der Südwestküste. Im Binnenland wächst die Art als Überbleibsel der Wärmeperiode in Uusimaa, im dem Gebiet, wo sich die Uferlinie des Ancylus-Sees, der früheren Ostsee, hinzog. Nach dem Ende der Eiszeit lag die Wasseroberfläche dieses großen Sees stellenweise bis zu 150 m höher als heute und die Karte Skandinaviens sah damals wahrlich anders aus. Seitdem entfernten sich die Standorte der Kümmelsilge im Zuge der Landhebung immer mehr von der Küstenlinie, der Art ist es jedoch nicht gelungen, dieses neue Areal zu erobern. Zwischen den Vorkommen im Binnenland und an der Küste liegt ein großes Gebiet, in dem die Kümmelsilge fast fehlt – in letzter Zeit allerdings hat sie sich in Richtung Küste auszubreiten begonnen.

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