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Langblättriger Sonnentau

Drosera anglica

  • Synonym: Drosera longifolia
  • Familie: Sonnentaugewächse – Droseraceae
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze.
  • Höhe: 6–20 cm. Stängel aufrecht, deutlich länger als die Blätter, am Grund gerade, ohne Blätter, roter Blütenstiel.
  • Blüte: Blumenkrone strahlig, weiß, ca. 1 cm breit; fünf Blütenblätter, 6–7 mm lang. Fünf Kelchblätter. 5 Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, sechs Griffel, sechs Narben. Blütenstand 3-6-blütiges, halbseitiges Dichasium. Die Blüten öffnen sich nur im Sonnenschein.
  • Blätter: Als Rosette, langstielig, rot, nach schräg oben zeigend. Blattspreite länglich verkehrt eiförmig, auf der Oberseite reichlich lange, rote, Schleim abgebende Drüsenhaare.
  • Frucht: Eiförmige, stumpfe, glatte, sich vierteilig öffnende Kapsel.
  • Standort: Nasse Moortümpel und Flarke auf Reisermooren, Hochmooren und Flachmooren, grasige Sümpfe, schlammige Ufer, Verlandungszonen, Schottergruben.
  • Blütezeit: Juni–Juli.

Die bekanntesten finnischen fleischfressenden Pflanzen sind wohl die Sonnentauarten der finnischen Sümpfe. In der Gattung gibt es etwa 90 Arten, von denen der Großteil auf der südlichen Erdhalbkugel wächst. In Europa gibt es nur drei Arten, diese wachsen auch in Finnland. In der finnischen Pflanzenwelt nehmen auch die zu den Wasserschlauchgewächsen (Lentibulariaceae) zählenden Fettkräuter und Wasserschläuche tierische Nahrung auf. Die Familien sind nicht nah miteinander verwandt, d. h. dass der Verzehr von Fleisch in der Pflanzenwelt im Laufe der Entwicklungsgeschichte mehrfach erfunden wurde.

Die vom Langblättrigen Sonnentau bevorzugten Standorte sind nasse Hochmoore, Moortümpel von Regenmooren und Flarke von Aapamooren. Die von den rötlichen Blättern gebildeten Rosetten sind so aufsehenerregend, dass die kleinen, weißen Blüten oft unbemerkt bleiben. Die Blüte des Sonnentaus ist auch sonst nicht leicht zu Gesicht zu bekommen: Die Pflanze öffnet ihre Blüte nur bei schönem Wetter und auch dann nur für einige Stunden zur Mittagszeit. Wird die Sonne von Wolken verdeckt, schließen sich die Blüten schnell und in verregneten Sommern kann die Blütezeit vorübergehen, ohne dass sich eine einzige Blüte geöffnet hätte! Auch die ungeöffneten Blüten werden durch ihren eigenen Blütenstaub bestäubt und stellen eine reichliche Samenproduktion sicher. In die Samenproduktion zu investieren ist auch wichtig, da die Sonnentauarten relativ kurzlebige Pflanzen sind.

Der Langblättrige Sonnentau ist von den drei finnischen Sonnentauarten der größte und man erkennt ihn leicht seinem Namen nach an den schmalen, verkehrt eiförmigen Blättern. Eine noch etwas weiter verbreitete Art in ganz Finnland ist der auf Torfmooshöckern in vielerlei Sümpfen gedeihende Rundblättrige Sonnentau (D. rotundifolia), dessen Blattspreite rundlich ist. Die Kreuzung aus Rundblättrigem und Langblättrigem Sonnentau ist recht verbreitet in Gesellschaft der Stammarten. Der dritte finnische Sonnentau ist der südliche Mittlere Sonnentau (D. intermedia). Seine Blätter sind Zwischenformen von Rundblättrigem und Langblättrigem Sonnentau, man unterscheidet sie aber zumindest während der Blüte leicht an dem am Grund geknickten Blütenstiel.

Mit den ungewöhnlich aussehenden Sonnentauarten sind viele Volkstraditionen verbunden. Früher glaubte man, dass es in der Natur eigene Kräuter für die Beschwerden der Frauen und andere für die der Männer gäbe. Den Langblättrigen Sonnentau hielt man gerade bei Frauenleiden für geeignet. Beim nah verwandten Rundblättrigen Sonnentau glaubte man, dass er auf das sexuelle Verlangen wirke, sodass er – wenn alles gut ginge – die Probleme der Männer löse.

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