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Lappländisches Knabenkraut

Dactylorhiza lapponica

  • Familie: Orchideengewächse – Orchidaceae
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze. Wurzelknollen stark aufgeteilt.
  • Höhe: 10–25 cm. Stängel kantig, recht weich, hohl, am Oberteil dunkelrotbraun.
  • Blüte: Blütenhülle zweiseitig symmetrisch, purpurrot, dunkel gemustert, ca. 1–1,5 cm breit. Sechs Blütenblätter in zwei Wirteln, von denen eines als Lippe ausgebildet ist. Lippe am unteren Teil der Blütenhülle, mit Sporn, getüpfelt, am Grund heller, an der Spitze dreiteilig. Sporn höchstens so lang wie der Fruchtknoten. Androeceum und Gynoeceum zur Säule miteinander verwachsen, ein Staubblatt, zwei Narben. Blütenstand lockere, 5–15-blütige Ähre.
  • Blätter: Wechselständig, sitzend, 2–3 Stück, zum Zweigende hin allmählich kleiner werdend. Blattspreite länglich-eiförmig – lanzettlich – verkehrt eiförmig, spitz zulaufend, parallelnervig, ganzrandig, auf der Oberseite dunkelgrün, große und dunkle Flecken, auf der Unterseite graugrün.
  • Frucht: Kapsel, Samen fein wie Staub.
  • Standort: Flachmoore, Quellsümpfe, Sumpfstellen in Fjälls, Bachläufe.
  • Blütezeit: Juli.

Das Lappländische Knabenkraut ist eine bedrohte Art und in ganz Finnland geschützt.

Die Orchideenpflanzen sind eine der größten Familien in der Pflanzenwelt: Die Schätzungen zur Artenzahl gehen von 12 000 bis 30 000 Arten aus. Für gewöhnlich werden die Orchideen mit den Tropen in Verbindung gebracht, aber zur Überraschung vieler ist auch der finnische Pflanzenbestand sehr umfangreich und formenreich. Wie viele Orchideenarten gibt es also in Finnland? Die genaue Zahl ist noch immer unklar: Meist zählt man etwa 30 Arten zum finnischen Orchideenbestand, aber genauso begründet könnte man auch auf 35 oder noch mehr Arten kommen. Dies wird durch die Mobilität der Arten erschwert, andererseits ist in vielen Fällen bereits der Begriff der Art zumindest unklar. Besonders die Knabenkräuter bereiten den Botanikern graue Haare. Die gesamte Gattung und ihre Arten entstanden erst in der Endphase der letzten Eiszeit und danach. Da die Arten praktisch erst neugeboren sind, haben sich ihre Verbreitung, die Blütezeiten oder die Bestäubungsarten noch nicht sehr ausdifferenzieren können. Ohne Kreuzungshindernisse bleiben die Arten nicht völlig getrennt, auch die Artengrenzen können nicht sehr klar und scharf sein.

Das Lappländische Knabenkraut wurde seinerzeit vom eher als Prediger denn als Botaniker bekannt gewordenen Lars Leevi Laestadius unter dem Namen Orchis lapponica beschrieben. Seitdem hat sich seine Stellung ständig geändert: Nach der Einstufung zur Gattung der Knabenkräuter (Dactylorhiza) wurde es meist zu Traunsteiners Knabenkraut (D. traunsteineri) gezählt, manchmal seinerseits sogar zum Breitblättrigen Knabenkraut (D. majalis) oder zum Fleischfarbenen Knabenkraut (D. incarnata). Laestadius beschrieb die Art anhand einer in Schwedischlappland gesammelten Probe, aber das Lappländische Knabenkraut wächst auch in Finnland. Auch in Kuusamo scheint es Vorkommen der Art zu geben. In Finnland wächst ebenfalls eine andere, verblüffend stark der Gefleckten Kuckucksblume (D. maculata) ähnelnde Art, das Torfmoosknabenkraut (D. sphagnicola). Die Art ist schlecht bekannt, mag aber von ihrer Verbreitung her südlich sein. Auf die Schnelle könnte man sie etwa für eine ungefleckte, schmalblättrige Gefleckte Kuckucksblume halten, deren Zeichnung auf der Lippe sich auf bloße Punkte beschränkt.

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