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Ligusticum scothicum

 

  • Familie: Doldengewächse – Apiaceae (Umbelliferae)
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze.
  • Höhe: 20–50 cm. Stängel kahl, gestreift, am Unterteil glänzend blaurot, hohl, an den Knotenstellen Zwischenwände. Starker Geruch.
  • Blüte: Blumenkrone strahlig, weiß-grünlich, ca. 5 mm breit; 5 Blütenblätter, an der Spitze schwach eingekerbt, Spitze nach innen gedreht. Fünf Kelchblätter, klein. 5 Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, zwei Griffel, zwei Narben. Blütenstand Doppeldolde, 8–20 Dolden zweiter Ordnung. Die Hüllblätter der Hauptdolde und der Dolden zweiter Ordnung sind linealisch.
  • Blätter: Wechselständig, gestielt. Blattspreite dreieckig, 1-2-fach dreifiedrig, dunkelgrün, glänzend. Fiederblättchen breit rautenförmig, fleischig, gezähnt, oft an der Spitze eingeschnitten.
  • Frucht: Breit schiffchenförmige-eiförmige, nicht flache, zweiteilige, dick geriefte, schmal häutig berandete, 5–8 mm lange Spaltfrucht.
  • Standort: Steinige Meeresufer.
  • Blütezeit: Juni–Juli.

Ligusticum scothicum wächst beidseits des Atlantiks, in Europa von der nördlichen Nordsee bis ans Eismeer und weiter bis ans Weiße Meer. Entsprechend der Bedingungen des Interimsfriedens verlor Finnland 1944 seinen Zugang zum Meer sowie das Gebiet um Petsamo und gleichzeitig bei den indigenen Pflanzen auch das Ligusticum scothicum. Die Art wuchs an der Ostsee nicht, bis sie überraschend im Jahre 1943 an der schwedischen Küste der Botnischen See gefunden wurde, recht weit entfernt von den nächsten bekannten Standorten in den Sunden Dänemarks. Die Art begann sich schnell zu vermehren und es ist vorhersehbar, dass sie sich über ihre schwimmenden Früchte über das Meer hinweg auch in den westlichen Schären von Åland ausbreiten wird.

Zur Zeit der ersten Pflanzenbestände auf Åland fand sich das Ligusticum scothicum auch in Satakunta, in den Schären von Merikarvia. Diese Vorkommen stammen kaum aus Schweden, da die Meeresströmungen im Bottnischen Meerbusen gegen den Uhrzeigersinn verlaufen und so von der schwedischen Küste aus nach Süden gehen. Das nächste Mal überraschte Ligusticum scothicum die finnischen Botaniker, als es zu Beginn der 1990er Jahre in den Schären Osthelsinkis, etwa 250 km entfernt von den nächsten Standorten auf Åland, gefunden wurde.

Man vermutet, dass die Früchte der Pflanze auf irgendeinem, die Ostsee befahrenden Schiff mitgeschleppt wurden und dann mit Abfall zusammen ins Meer gerieten. Die finnischen Vorkommen von Ligusticum scothicum befinden sich in der Nähe von Schiffsrouten und die Früchte könnten leicht an das Ufer nahe gelegener Inseln getragen worden sein. Ligusticum scothicum kann auch von weiter weg gekommen sein: Die Finnland nächsten, natürlich vorkommenden Pflanzen wachsen am Öresund in Dänemark und sind offensichtlich vom hohen Salzgehalt des Ozeans abhängig, weil sie ihre Verbreitung nicht in das Ostseegebiet ausgeweitet haben. Ligusticum scothicum hätte zumindest stellenweise in Finnland in aller Ruhe schon seit Längerem wachsen können, bis im Zuge der Begeisterung über die ersten Funde der Bestand der Stängelpflanzen an der finnischen Küste mit großer Genauigkeit kartiert wurde. Vorkommen von Ligusticum scothicum können noch immer unentdeckt sein und andererseits breitet sich die Art weiterhin an neue Standorte aus, sodass man ein Auge darauf haben sollte, wenn man sich in den Schären befindet. Auf der Suche nach Ligusticum scothicum sollte man auch die Küsten-Arzneiengelwurz (Angelica archangelica ssp. litoralis) bestimmen lernen, da die Arten sich etwas ähneln.

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