© Copyright: Bilder: Jouko Lehmuskallio.
All rights reserved.

Milchweißblühendes Weidenröschen

Epilobium lactiflorum

  • Familie: Nachtkerzengewächse – Onagraceae
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze. Unterirdische Ausläufer sehr kurz, am Stängelgrund befinden sich geschwollene Überwinterungsknospen.
  • Höhe: 10–30 cm. Stängel unverzweigt, am Grund kahl, weiter oben in Streifen gebogene Härchen.
  • Blüte: Blumenkrone strahlig, weiß (selten leicht rötlich), 3–6 mm lang; 4 Blütenblätter, an der Spitze eingekerbt. Vier Kelchblätter. 8 Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, ein Griffel, eine Narbe, Narbe keulenförmig; Fruchtknoten unter der Blütenhülle, drüsig behaart, keine gebogenen Härchen. Blütenstand lockere Traube.
  • Blätter: Gegenständig (in den Blütenständen wechselständig), kurzstielig. Blattspreite länglich–schmal – länglich, am Grund spitz zulaufend, rundlich, schwach fein gezähnt, hellgrün, manchmal rötlich.
  • Frucht: Röhrenförmige, 4-teilige, kahle, 3–6 cm lange Kapsel.
  • Standort: Weidendickichte, feuchte Wiesen, Fichtenmoorwälder, Laubwälder, Quellfluren, Teichufer, Bachläufe, Gräben, Geröllhalden an der Waldgrenze und an den unteren Teilen der baumlosen Fjällanhöhen.
  • Blütezeit: Juli–August.

Zur Gattung der Weidenröschen wurden noch in letzter Zeit neue Mitglieder hinzugefügt, wenn die genauere taxonomische Untersuchung ergeben hatte, dass die traditionelle Art eigentlich aus zwei gleich aussehenden Arten bestand. Zwischendurch wurden die Artengrenzen auch mal in die andere Richtung geändert und beim stark Hornemanns Weidenröschen (E. hornemannii) ähnelnden Milchweißblühenden Weidenröschen wurde zeitweise versucht, es diesem zuzuschlagen. Die Stellung des Milchweißblühenden Weidenröschens als eigene Art ist jedoch unbestritten. Im Vergleich zu Hornemanns Weidenröschen sind seine Blätter schmaler und dichter gezähnt, die Farbe ist heller grün und die Blüten sind kleiner, meist auch ganz weiß. Die unterirdischen Ausläufer beider Arten sind kurz, bei Hornemanns Weidenröschen jedoch eindeutig zu erkennen. Hornemanns Weidenröschen ist unbedingt der nächste Verwandte des Milchweißblühenden Weidenröschens, aber man kann die Art auch mit einigen anderen Weidenröschenarten aus Lappland verwechseln, unter ihnen sind wohl besonders das Mierenblättrige Weidenröschen (E. alsinifolium) und das Gauchheilblättrige Weidenröschen (E. anagallidifolium) auf den ersten Blick die ähnlichsten.

Das Milchweißblühende Weidenröschen ist eine von etwa einem halben Dutzend nördlicher finnischer Weidenröschenarten, die in Südfinnland komplett fehlen: Die südlichsten Vorkommen der Art befinden sich im Pallastunturi. Das Milchweißblühende Weidenröschen kann man allerdings auch nördlich des Polarkreises nicht als verbreitet bezeichnen: Auf den Fjälls von Enontekiö ist es selten, auf den Fjälls von Salla und bei Utsjoki noch seltener. Viele finnische Weidenröschenarten bevorzugen feuchte Standorte, das Milchweißblühende Weidenröschen aber wächst auch auf recht trockenen Böden und bevorzugt geradezu der Sonne ausgesetzte Hänge. Andererseits wächst es auch in recht großen, aber fast immer spärlich bestandenen Beständen, sodass man die Art in der restlichen Vegetation suchen muss. Laubwaldartige Fjällbirkenwälder, Bachläufe, Hochstaudenfluren und Schotterflächen an der Waldgrenze oder den unteren Teilen der baumlosen Anhöhen sind für gewöhnlich die vielversprechendsten Stellen.

Andere Arten derselben Gattung
Andere Arten derselben Familie

Follow us!



Arten bestimmen!

Sivun alkuun / Top of the page