© Copyright: Bilder: Jouko Lehmuskallio.
All rights reserved.

Mittlere Taubnessel

Lamium confertum

  • Familie: Lippenblütengewächse – Lamiaceae (Labiatae)
  • Wuchsform: Einjährige krautige Pflanze.
  • Höhe: 20–40 cm. Stängel oft schlaff-aufsteigend, am Grund verzweigt, Zweige aufsteigend, vierkantig, entlang der Kanten weich behaart-fast kahl. Beinahe geruchlos.
  • Blüte: Blumenkrone zweiseitig symmetrisch, rot, 15-20 mm lang, verwachsenblättrig, zweilippig, langröhrig. Oberlippe gewölbt, 4–5,5 mm lang; Unterlippe ca. 4 mm lang, Mittelteil verkehrt herzförmig, Seitenlappen sehr klein, dreieckige Zähne. Kelch fast strahlig, fünfteilig, fünfnervig, Lappen deutlich länger als die Röhre der Blumenkrone, nach der Blüte auseinander stehend. 4 Staubblätter, von denen 2 kurz und 2 lang. Gynoeceum verwachsenblättrig, ein Griffel, zwei Narben. Blütenstand ährenartige, aus dichten achselständigen Wirteln gebildete Gruppe am Zweigende.
  • Blätter: Gegenständig, gestielt, die obersten sitzend. Blattspreite nierenförmig – fast herzförmig, handnervig, anliegend behaart, dunkel, Rand fast regelmäßig groß- und breitgezähnt. Die Deckblätter des Blütenstands ähneln den Laubblättern.
  • Frucht: Vierteilige Spaltfrucht. Teilfrüchtchen (Spaltfrüchte) länglich, etwas kantig, braun.
  • Standort: Gärten, Erdhaufen, Anbau- und Brachflächen.
  • Blütezeit: Mai–September.

Alle vier finnischen rotblühenden Taubnesselarten sind kleine Pflanzen von Anbau- und Brachflächen. Sie verlangen vom Standort Offenheit und vom Boden Nährstoffreichtum. Meistens wachsen sie als Plage der Menschen als Unkraut. Der genau hinsehende Gärtner mag auf den ersten Blick in der Schar sehr ähnlich aussehender Taubnesseln mehrere, sich u. a. aufgrund der Blüten- und Blattmerkmale unterscheidende Arten erkennen.

Man geht davon aus, dass die Mittlere Taubnessel als Kreuzung von Purpurroter Taubnessel (L. purpureum) und Stängelumfassender Taubnessel (L. amplexicaule) entstanden ist, die, als sich ihre Chromosomen verdoppelten, zu einer eigenständigen Art wurde und sich nicht mehr mit ihren Stammarten kreuzen konnte. Bei den Pflanzen vollzieht sich die Artendifferenzierung auf diese Weise manchmal recht schnell.

Die Mittlere Taubnessel ist von den rotblütigen Taubnesseln die größte, aber man kann sie mit großwüchsigen Exemplaren der Purpurroten Taubnessel verwechseln. Das sicherste Kennzeichen ist wohl der Kelch, dessen Lappen länger als die Röhre der Blumenkrone sind. Bei der Artenbestimmung kann man auch seinem Geruchssinn folgen: Die Mittlere Taubnessel ist fast geruchlos, der Geruch der Purpurroten Taubnessel und der Eingeschnittenen Taubnessel (L. hybridum) ist für die meisten Nasen unangenehm. Oft kann man schon aufgrund des Fundortes Schlüsse ziehen, da die Mittlere Taubnessel in Finnland eine recht seltene Pflanze ist, die man am ehesten in Südwestfinnland von Åland bis Häme findet, manchmal als seltene Art in Ostfinnland. Vereinzelt kann sie allerdings auch nördlicher vorkommen. Die weltweite Verbreitung der Art umfasst dann auch ein recht begrenztes Gebiet im nördlichen Mittel- und Osteuropa – in dieser Region könnte die Art ursprünglich auch entstanden sein.

Andere Arten derselben Gattung
Andere Arten derselben Familie

Follow us!

Arten bestimmen!

Sivun alkuun / Top of the page