© Copyright: Bilder: Jouko Lehmuskallio.
All rights reserved.

Mittleres Fingerkraut

Potentilla intermedia

  • Familie: Rosengewächse – Rosaceae
  • Wuchsform: Gewöhnlich zwei- oder mehrjährige krautige Pflanze.
  • Höhe: 25–40 cm. Manchmal mehrstängelig. Stängel aufsteigend–aufrecht, oft reich verzweigt, behaart, manchmal rötlich.
  • Blüte: Blumenkrone strahlig, blassgelb, ca. 1 cm breit; 5 Blütenblätter, gewöhnlich an der Spitze schwach eingekerbt, 4–5 mm lang, so lang wie der Kelch oder etwas kürzer. Kelch 5-teilig, mit Außenkelch. 20 Staubblätter. Gynoeceum mit getrennten Blättern, viele Fruchtblätter. Blütenstand Doldentraube mit vielen Blüten.
  • Blätter: Wechselständig, grundständige Blätter langstielig, Laubblätter kurzstielig, mit Nebenblättern. Blattspreite gefingert, fünffiedrig, (am Oberteil des Stängels manchmal dreifiedrig). Fiederblättchen schmal eiförmig, bis zum Grund gezähnt, beidseitig wenig behaart. Nebenblätter ungeteilt-geteilt.
  • Frucht: Rundliche, hellbraune, glatte, matte Nuss, mehrere davon zusammen.
  • Standort: Halden, Trockenwiesen, Weg- und Straßenränder, Bahnhöfe, Brachland.
  • Blütezeit: Juni–August.

Das Mittlere Fingerkraut entstand seinerzeit in Zentralrussland als Kreuzung aus dem Silberfingerkraut (P. argentea) und dem Norwegischen Fingerkraut (P. norwegica). Derjenige, der die wissenschaftliche Artenbeschreibung erstellt hat, ahnte dies bereits, als er dem Mittleren Fingerkraut den Artennamen __intermedia_, d. h. die Zwischenform, gab. Das Mittlere Fingerkraut weist Kennzeichen beider Stammformen auf und der Kreuzungsursprung wurde auch durch Experimente bestätigt. Beide Stammformen des Mittleren Fingerkrauts wachsen auch in Finnland, oft sogar in dessen Gesellschaft.

Der finnische Artenname weist auf den Brandrodungsfeldbau hin, der auch in Finnland lange Zeit eine primitive Anbaumethode war. Dabei wird der Wald abgeholzt und verbrannt, wobei die in der Vegetation gebundenen Nährstoffe für die Kulturpflanzen freigesetzt werden. Der finnische Name weist besonders auf einen für den Roggenanbau gerodeten Nadelwald hin. Die Rodungsgebiete in Savo und Karelien sind das Kerngebiet der Verbreitung des Mittleren Fingerkrauts, offensichtlich bereits seit Vorzeiten. Später hat sich die Art langsam, aber sicher auch weiter westlich ausgebreitet. Heutzutage trifft man das Mittlere Fingerkraut auch in Gebieten, die sicher niemals gerodet wurden. Außerhalb von Rodungsflächen scheint das Mittlere Fingerkraut durch den Verkehr verbreitet worden zu sein, in grauen Vorzeiten in Häfen als Ballastpflanze im Bauch von nach Hause zurückkehrenden Segelschiffen, später auch als Passagier von Eisenbahnwagen. An Festungsanlagen ist die Pflanze wohl durch den Versorgungstrupp des russischen Heeres gelangt, mit dem auch zahlreiche andere Pflanzen in die finnische Natur gekommen sind. Überall in Finnland ist das Mittlere Fingerkraut jedoch ein Kulturfolger, in abgelegenen Gebieten findet man es nicht.

Andere Arten derselben Gattung
Andere Arten derselben Familie
Bäume und Sträucher aus derselben Familie

Follow us!



Arten bestimmen!

Sivun alkuun / Top of the page