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Moorsteinbrech

Saxifraga hirculus

  • Familie: Steinbrechgewächse – Saxifragaceae
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze. Wurzelstock verzweigt-unverzweigt, bräunlich. Mit kurzen Ausläufern, manchmal schwach Polster bildend.
  • Höhe: 5–30 cm. Stängel aufsteigend, unverzweigt, mit vielen Blättern, am Oberteil braun behaart, am Unterteil leicht rötlich.
  • Blüte: Blumenkrone strahlig, gelb, in der Mitte rot gepunktet, ca. 2–3 cm breit; fünf Blütenblätter, 10–15 mm lang. Fünf Kelchblätter, zurückgerollt. 10 Staubblätter. Gynoeceum am Grund verwachsenblättrig, zwei Griffel, zwei Narben. Blüte einzeln oder in Gruppen von 2–3 Blüten. Blüte mit dumpfem Geruch.
  • Blätter: Als Grundrosette und wechselständig längs des Stängels, kurzstielig-sitzend. Blattspreite lanzettlich, ganzrandig.
  • Frucht: Zweiteilige Kapsel.
  • Standort: Flachmoore, Flachmoorwiesen, Quellfluren.
  • Blütezeit: Juli–August.

Der Moorsteinbrech ist in ganz Finnland eine bedrohte und geschützte Art.

Die meisten der finnischen Steinbrecharten sind entweder Fjällpflanzen oder gehören zur Flora der felsigen Wiesen in Südwestfinnland. Der Moorsteinbrech ist unter diesen von seinen Standortanforderungen eine einzigartige, echte Sumpfpflanze. Man erzählt sich, dass der dumpfe, an einen Ziegenbock erinnernde Geruch von Moorsteinbrechbewüchsen die Ursache für den wissenschaftlichen Artennamen hirculus, „kleiner Bock“ sei. Ob an dieser Behauptung etwas dran ist, kann man leider nicht sehr leicht überprüfen, da die Art so stark zurückgegangen ist, dass nur wenige Pflanzenfreunde sie als Zierde der Moore in der Natur gesehen haben. Im industriellen Zeitalter sind in Finnland die Sümpfe so eifrig mit Gräben durchzogen und trocken gelegt worden, dass sich nur noch weniger als die Hälfte in naturbelassenem Zustand befinden. Das Interesse richtete sich besonders auf die vom Moorsteinbrech bevorzugten nährstoffreichen Sümpfe und die Art ist eine der finnischen Pflanzen, die am stärksten an Standorten verloren hat. Das Schicksal des Moorsteinbrechs war auch anderswo in Europa, wo die Abnahme der Standorte die Art in Bedrängnis und vielerorts geradezu an den Rand des Aussterbens gebracht hat, hart.

Am zahlreichsten findet der anspruchsvolle Moorsteinbrech noch in Mittellappland Standorte. Er wächst hier und dort auch anderswo in Nordfinnland sowie in den West- und Ostteilen Mittelfinnlands. Seine Ansprüche sind jedoch so hoch, dass man ihn nirgendwo als verbreitet bezeichnen kann. Der Großteil der verbliebenen Standorte sind Quellfluren. Die Art kann man auch auf nährstoffarmen Sümpfen direkt am Quellaustritt und entlang des dort austretenden Quelllaufes finden. Nährstoffreiche Flachmoore sind jedoch das eigentliche Reich dieser Art. Besonders typisch sind Birkenflachmoore, dem die vereinzelt zäh ausdauernden Birken den Charakter einer Parkanlage verleihen. Die Art bevorzugt eisen- und phosphorhaltiges, fließendes Wasser und das bläuliche, oxidierte Eisenphosphat färbt oft die Erdschicht an den besten Standorten der Art.

Ohne Blüten kann der Moorsteinbrech leicht übersehen werden. Im Hochsommer beginnen sich die am Boden anliegenden Triebe der Art zu Blütenstängeln aufzurichten, ähneln dann jedoch auf den ersten Blick dem Sumpfweidenröschen (Epilobium palustre). Die Art gehört zu den seltenen späten finnischen Blütenpflanzen, deren Blüte oft erst Ende Juli beginnt und sogar bis in den September andauern kann.

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