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Moorveilchen

Viola uliginosa

  • Familie: Veilchengewächse – Violaceae
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze. Wurzelstock sich windend, oft mit Ausläufern.
  • Höhe: 8–16 cm. Stängel fast blattloser Blütenstiel.
  • Blüte: Blumenkrone schwach zweiseitig symmetrisch, kräftig blau-blaurot, 2–3 cm breit; fünf Blütenblätter, deutlich eingebuchtet, am untersten dicker, blauroter Sporn. Fünf Kelchblätter. 5 Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, eine Narbe. Blüten einzeln, nickend.
  • Blätter: Grundrosette, gestielt, mit Nebenblättern. Blattspreite eiförmig herzförmig, mit deutlicher Spitze, gekerbt, kahl, hell blaugrün, Kerbe am Grund flach, breit. Nebenblätter an den Blattstielen verwachsen, fast ganzrandig.
  • Frucht: Dreiteilige Kapsel.
  • Standort: Uferwiesen, Bachläufe, Hain- und Überschwemmungsmoorwälder.
  • Blütezeit: Mai–Juni.

Das Moorveilchen ist in ganz Finnland, auch auf Åland, eine sehr bedrohte und geschützte Art.

Das in Finnland an der Nordgrenze seines Verbreitungsgebiets hartnäckig ausdauernde Moorveilchen verlangt lichte, warme und feuchte Standorte. Das Schicksal der von den finnischen Veilchen am prächtigsten blühenden Art ist hart: Die auf feuchten und nährstoffreichen Uferwiesen in geringer Bestandsdichte vorkommende Pflanze hat von Anfang an nur in etwa einem guten Dutzend Vorkommen bestanden, aber selbst davon sind die meisten verschwunden. Das Moorveilchen wächst wohl nur noch in Hankoniemi, Karkku, Kökari und Mäntsälä, auch dort vielerorts stark dezimiert.

Die Notlage entsteht beim Moorveilchen durch Änderungen im Lebensumfeld: Die Zwischenregion zwischen Wassergrenze und Waldrand, der Lebensraum für an die Überflutung angepasste Arten, ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Das durch die Regulierung des natürlichen Überflutungsrhythmus und seiner Stärke resultierende Zuwachsen, die Entwässerung von Feuchtgebieten durch Gräben, die Verböschung der Ufer und die überallhin vordringende Freizeitbebauung haben die sowieso schon seltenen nährstoffreichen Uferwiesen zum Schwinden gebracht. Der Bestand an krautigen Pflanzen auf den Überschwemmungsflächen profitierte zwischenzeitlich vom Gebrauch der Ufer als Viehweiden. Obwohl das alles Grüne fressende Vieh einem nicht gerade als erstes als Pflanzenschützer in den Sinn käme, hat das Vieh die für das Moorveilchen geeigneten, offenen Überschwemmungswiesen erhalten. In den letzten Jahrzehnten fand die Uferbeweidung ein Ende und die ehemaligen Weideheiden sind vom Wasser her mit Gras oder Riedgrasgewächsen, vom oberen Teil her mit Sträuchern zugewachsen.

Auch anderswo schlug dem Moorveilchen die Totenglocke, da die Bestandsentwicklung aus den weitgehend gleichen Gründen überall in Europa und in Finnland gleichlaufend ist. Die Art wächst nicht außerhalb Europas und auch nicht mehr an sehr vielen angestammten mitteleuropäischen Stellen. Obwohl die finnischen Standorte nur einen kleinen Streifen des gesamten Verbreitungsgebiets des Moorveilchens darstellen, sind auch die finnischen Pflanzen für die Existenz der gesamten Art von Bedeutung.

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