© Per-Olof Wickman © Per-Olof Wickman © Per-Olof Wickman

© Copyright: Bilder: Jouko Lehmuskallio & Per-Olof Wickman. All rights reserved.

Mückenhändelwurz

Gymnadenia conopsea

  • Familie: Orchideengewächse – Orchidaceae
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze. Wurzelknollen aufgeteilt.
  • Höhe: 15–50 cm. Stängel kräftig – eher schwach.
  • Blüte: Blütenhülle zweiseitig symmetrisch, für gewöhnlich hellrot, selten weiß, ca. 1 cm breit. Sechs Blütenblätter in zwei Wirteln, von denen eines als Lippe ausgebildet ist. Lippe an der Unterseite der Blütenhülle, mit Sporn, einfarbig, an der Spitze schwach dreiteilig – fast ungeteilt. Sporn lang und dünn. Androeceum und Gynoeceum zur Säule miteinander verwachsen, ein Staubblatt, zwei Narben. Blütenstand 15-50-blütige Ähre. Blüte duftend.
  • Blätter: Wechselständig, sitzend. Blattspreite linealisch, stumpf, parallelnervig, ganzrandig, ungefleckt.
  • Frucht: Kapsel, Samen fein wie Staub.
  • Standort: Wiesen, Viehweiden, Halden, Fjällwiesen, Flachmoore, Bachläufe.
  • Blütezeit: Juni–August.

Die Mückenhändelwurz ist eine bedrohte Art und südlich der Provinz Oulu, auch auf Åland geschützt.

Die Große Händelwurz hat in den verschiedenen Teilen ihres Verbreitungsgebietes ein sehr unterschiedliches Aussehen. In Finnland wachsen zwei Formen der Großen Händelwurz: die südliche Gewöhnliche Mückenhändelwurz (var. conopsea) und die nördliche, zarte Unterart var. lapponica. Über ihre taxonomische Stellung wurde schon lange eine Lanze gebrochen: Einerseits nahm man an, dass die Große Händelwurz eine einheitliche Art sein, die nur wegen der strengen Bedingungen im Norden kleinwüchsiger bliebe; Andererseits wurden für die Formen nach DNA-Analysen eigene Arten vorgeschlagen. Manche meinen, dass die südliche, möglicherweise östliche, auf Flachmooren wachsende Große Händelwurz auch noch eine eigene Form sei.

Zumindest in der Ökologie bestehen zwischen den Großen Händelwurzen Unterschiede. Die Gewöhnliche Mückenhändelwurz ist eine Pflanze eher trockener Halden und Wiesen, die Kulturumgebungen bevorzugt. Ihre Blüte riecht wie die Gartennelke, die Lippe ist deutlich dreiteilig und der Nektar befindet sich tief im langen Sporn, nur für Insekten mit langem Rüssel erreichbar – hauptsächliche Bestäuber scheinen Nachtfalter zu sein. Die Unterart var. lapponica ist eine Pflanze von Flachmooren, obwohl man sie auch an trockeneren Stellen finden kann. Ihre Blüte riecht wie die Gewürznelke, die Lippe ist eventuell flacher eingeschnitten und der Sporn relativ kurz, über ihre Bestäuber weiß man jedoch nichts. Zur Untersuchung dieser Sache eignet sich jeder, der in Lappland unterwegs ist, und dies wäre wohl nicht einmal langweilig: Wegen der reichlichen Nektarabgabe sind die Blüten dieser Großen Händelwurz sehr beliebt.

In Schul- und Reisebotanikführern wurden in Finnland über lange Zeit die Arten jeweils mit einer Punktzahl von 1-10 versehen, die die Seltenheit und gleichzeitig den Tauschwert der Pflanze darstellten. In alten Führern erhielt die Große Händelwurz den Wert 1, genau wie die Gemeine Kiefer oder die Heidelbeere. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Art auch eine der verbreitetsten finnischen Orchideen, aber mit dem Ende der Wiesen- und Waldbeweidung ist die Gewöhnliche Mückenhändelwurz sehr selten geworden. Heutzutage ist sie hauptsächlich in Südfinnland ein Bewohner eher trockener Hangwälder, etwas verbreitet nur auf Åland und stellenweise in Ostfinnland. Im Norden Finnlands ist die Unterart var. lapponica auf nassen Sümpfen und feuchten Wiesen recht verbreitet.

Andere Arten derselben Familie

Follow us!

Arten bestimmen!

Sivun alkuun / Top of the page